Winkender Spieler
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Artig bedankte sich Gojo nach dem Match bei seinen mitfiebernden Fans.

TENNIS – US OPEN - Peter Gojowczyk zieht durch einen weiteren Fünf-Satz-Sieg in Runde drei ein

Zwei Höllenritte innerhalb 48 Stunden

  • Rolf Gercke
    VonRolf Gercke
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Der Dachauer Tennisprofi Peter Gojowczyk hat seinen Siegeszug bei den US Open fortgesetzt.

New York/Dachau – Diesmal kannte auch die Schiedsrichterin seinen Namen: Als der Dachauer nach einem weiteren Höllenritt in Flushing Meadows seinen ersten Matchball verwandelte da schallte es wie aus der Pistole geschossen durch den Platzlautsprecher: „Game, Set und Match – Peter Gojowczyk.“

Bevor das Spiel, der Satz und die gesamte Begegnung nach drei Stunden und zwölf Minuten reiner Spielzeit eingetütet waren, mussten die Fans des Dachauer Tennisprofis am Court Nummer 8 oder an den TV-Geräten Blut und Wasser schwitzen. Begonnen hatte die Partie um 12 Uhr Ortszeit, beendet war sie um kurz nach 16 Uhr...

Zwei Tage nach dem Fünf-Satz-Krimi gegen den französischen Weltklassespieler Ugo Humbert ging der als Qualifikant ins Hauptfeld des Grand-Slam-Turnieres von New York gelangte Dachauer auch im Zweitrundenmatch gegen den in der Weltrangliste 101 Positionen vor ihm stehenden Serben Dusan Lajovic als Sieger vom Hartplatz. Er gewann die wegen Regens verspätet begonnene und auch später noch einmal für längere Zeit wegen weiterer Schauer unterbrochene Partie mit 2:6, 6:4, 2:6, 7:5 und 6:4 und trifft nun auf den Schweizer Henri Laaksonen, der ebenfalls als Qualifikant die Runde der letzten 32 erreicht hat.

Peter Gojowczyk sprang nach dem ersten verwandelten Matchball wild jubelnd in die Luft und schrie seine Freude heraus. Danach pustete auf seinem Stuhl kräftig durch. „Ich habe den Glauben nie verloren“, sagte Gojowczyk im Siegerinterview: „Ich bin körperlich und mental ziemlich stark und machte die wichtigen Punkte.“ Der 32 Jahre alte Qualifikant aus Dachau hat am verregneten dritten Turniertag der US Open erstmals den Einzug in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers geschafft. Weder von den Regen-Verzögerungen noch von Satz-Rückständen ließ sich der Außenseiter aufhalten, „Gojo“ verwandelte nach etwas mehr als drei Stunden seinen ersten Matchball gegen den Serben und darf sich nun sogar gute Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales ausrechnen.

Auch Laaksonen kämpfte sich durch die Quali

Sein kommender Gegner, der 28-jährige Henri Laaksonen, ist Sohn einer Finnin aus Helsinki und eines Tennislehrers aus Schaffhausen in der Schweiz. Er hat für die Heimatländer seiner Eltern Davis-Cup gespielt und befindet sich auf einem ähnlichen Höhenflug wie sein deutscher Kontrahent in der anstehenden Runde drei.

Erstaunlich: Peter Gojowczyk ist ganz alleine in New York. „Ich schaffe das, da bin ich auch sehr stolz drauf“, sagt er. „Ich bin ohne Trainer hier, habe auch keinen Physio dabei.“

Von seinem bisherigen Coach, dem Ex-Profi Christopher Kas (41), hat er sich heuer getrennt. „Das ist kein Dauerzustand, aber bei der Trainersuche lasse ich mir Zeit.“

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