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Völlig demoliert: Das Führerhaus eines griechischen Lkw, der am Samstagfrüh auf der A8 ein Sicherungsfahrzeug der Autobahnmeisterei rammte.

Zwei Unfälle, Stau und hoher Schaden

Kilometerlanger Stau und frustrierte Polizisten: Schwarzer Tag auf der A8

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Zwei Lkw-Unfälle haben am Samstagvormittag den Verkehr auf der A8 lahm gelegt. Die Folgen: Einsatzkräfte im Dauereinsatz, enormer Sachschaden, kilometerlanger Stau und frustrierte Polizisten, weil die Autofahrer (mal wieder) keine Rettungsgasse bildeten.

Dachau – Auf Höhe der Autobahnanschlussstelle Dachau/Fürstenfeldbruck baute die Autobahndirektion Südbayern an den vergangenen beiden Wochenenden sogenannte Wiegeanlagen für Lkw ein. Der Verkehr sollte hierfür zum Teil auf die Gegenfahrbahn umgeleitet werden, entsprechende Hinweise an die Autofahrer hatte die Autobahndirektion auch in den Dachauer Nachrichtengegeben.

Ein in Richtung München fahrender griechischer Lkw-Lenker wusste jedoch nichts von der Baustelle. Am Samstag gegen 5.20 Uhr überholte er noch einen anderen Lkw und fuhr dann – mit überhöhter Geschwindigkeit – in den Baustellenbereich ein. Dort jedoch verfiel er, eigenen Angaben zufolge, in einen Sekundenschlaf und nahm so auch die – auf mehreren Schildern angekündigte – Wegnahme des rechten Fahrstreifens nicht mehr wahr. Er donnerte in einen Verkehrssicherungsanhänger der Autobahnmeisterei, der an einen Winterdienst-Lkw angekuppelt war.

Die Folgen dieses Zusammenstoßes waren gravierend. Der Lkw des Griechen wurde massiv beschädigt, der Mann selbst musste mit mehreren Knochenbrüchen ins Krankenhaus. Das Führerhaus des Lasters war sogar so zerstört, dass die Polizei bislang weder die Fahrzeugpapiere noch die Diagrammscheiben des Fahrzeugs sichern konnte. Dafür, so erklärt Polizeihauptmeister Sebastian Klose von der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Fürstenfeldbruck, „müssten wir wohl das Führerhaus zerlegen. Ansonsten kommen wir an die Unterlagen nicht ran“. Auch die Ladung des Brummis – Blumen und Milchprodukte – wurden durch den Unfall erheblich in Mitleidenschaft gezogen.

Während der verunfallte Lkw des Griechen alle drei Fahrspuren blockierte, musste die Polizei nach dem Unfall auch die Nebenfahrbahn sperren. Dort nämlich lag der ebenfalls völlig demolierte Laster der Autobahnmeisterei. Laut Klose werden Baustellen beziehungsweise Verkehrsleitanhänger grundsätzlich mit schweren Fahrzeugen abgesichert, so dass sie im Fall eines Unfalls nicht durch die Luft geschleudert werden. In diesem Fall wurde der Verkehrsleitanhänger jedoch mit einem Fahrzeug des Winterdienstes abgesichert – das noch voll war mit Wasser und Salzlake. Die Entfernung der Salzlake auf der Nebenfahrbahn dauerte daher beinahe ebenso lange wie die Bergung des griechischen Lkw.

Aufgrund der knapp sechsstündigen Vollsperrung staute sich der Verkehr zwischenzeitlich zurück bis zur Anschlussstelle Sulzemoos. An der Unfallstelle waren neben den Feuerwehren Odelzhausen, Geiselbullach und Feldgeding auch ein Rettungswagen, ein Polizeihubschrauber, Mitarbeiter der zuständigen Autobahnbetreibergesellschaft und Kräfte der VPI Fürstenfeldbruck eingesetzt. Der Schaden an den beteiligten Fahrzeugen wird auf rund 100 000 Euro geschätzt. Was die Arbeit der Retter einmal mehr erschwerte – und letztlich wohl auch in die Länge zog: Die im Stau stehenden Autofahrer ignorierten die Anweisung, eine Rettungsgasse zu bilden. „Das hat gar nicht funktioniert“, fasst VPI-Vertreter Klose die Situation ernüchtert zusammen.

Und noch ein Lkw-Unfall sollte am Samstagfrüh die Nerven der Einsatzkräfte strapazieren. Auf Höhe des Parkplatzes Fuchsberg stand ein Verkehrssicherungsanhänger, der auf die Baustelle an der Anschlussstelle Dachau/Fürstenfeldbruck hinweisen sollte. Ein Lkw-Fahrer aus baden-Württemberg rammte gegen 6 Uhr den Anhänger und sorgte so für einen Schaden in Höhe von 40 000 Euro. Immerhin: Der Mann wurde nicht verletzt. Als Unfallursache gab er an, gerade sein Navi bedient zu haben und so auf den Seitenstreifen gekommen zu sein.

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