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Damit Dachau und Karlsfeld nicht zusammenwachsen, soll ein Landschaftsschutzgebiet zwischen den beiden Kommunen entstehen.

Neues Landschaftsschutzgebiet zwischen Dachau und Karlsfeld

Grundsätzlich dafür

Zwischen Dachau und Karlsfeld soll ein Landschaftsschutzgebiet entstehen. Darauf haben sich die Kreisräte im Umwelt- und Kreisausschuss zumindest schon einmal geeinigt. Nicht jedoch auf die Größe des Areals.

Dachau – Es bleibt ein heißes Eisen: das geplante Landschaftsschutzgebiet (LSG) zwischen Karlsfeld und Dachau. Seit 2015 beschäftigen sich die Gemeinden Karlsfeld, die Stadt Dachau, der Bund Naturschutz sowie der Landkreis mit dem Thema. Es geht um ein Gebiet im östlichen Dachauer Moos. Hauptziele sind die Verhinderung eines Zusammenwachsens von Dachau und Karlsfeld sowie die Schaffung eines Naherholungsgebietes. Gerade haben die Vertreter der Petition „Frischluft und Naherholung für Dachau und Karldsfeld sichern!“ zwei volle Ordner mit fast 5000 Unterschriften an Landrat Stefan Löwl übergeben (wir berichteten).

Auch im Umwelt- und Kreisausschuss befassten sich die Kreisräte mit dem Thema. Die Verwaltung hatte zusammen mit den betroffenen drei Gemeinden, also Dachau, Karlsfeld und Hebertshausen, einen neuen Umriss für das LSG erarbeitet und stellte diesen nun vor (siehe Grafik). Fest steht: Die Gemeinde Hebertshausen will auf ihrer Fläche derzeit kein Landschaftsschutzgebiet. Grund: Die Planungen für eine Südumfahrung der Kommune sollen nicht erschwert werden. Sobald die Trasse aber festgelegt sei, könne erneut über ein LSG gesprochen werden.

Vor etwa einem Jahr hatte die Kreis-CSU völlig überraschend einen Änderungsantrag für die Ausweisung des Landschaftsschutzgebietes östlich des Dachauer Mooses vorgelegt. Dieses reichte im Norden bis ins Gebiet von Hebertshausen. Die Gemeinde hatte sich massiv geärgert, dass sie bei den Plänen der CSU übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt worden war.

Karlsfeld hat einer Ausweisung des Krenmooses als LSG bereits zugestimmt, zudem sollen die noch mit rotem X in der Karte gekennzeichneten Flächen zwischen Tiefer Graben und der Gemeinde Karlsfeld demnächst per Flächennutzungsplanänderung auch in die Fläche eines LSG aufgenommen werden. Landrat Stefan Löwl war es vor allem wichtig, dass die Gemeinden nun am Findungsverfahren beteiligt waren. „Ich kann es mir nicht vorstellen, gegen den Wunsch der Gemeinden ein LSG auszuweisen. Da würde ich mich schwertun“, sagte er.

Die Verwaltung präsentierte also den abgestimmten Vorschlag, der in etwa dem der Stadt Dachau entspricht. „Eine Ausdehnung des LSG auf die bislang ausgenommenen Flächen im Stadtgebiet Dachau im Hebertshauser Moos östlich der geplanten Ostumfahrung – im Gegenzug zu der beantragten Herausnahme des LSG-Bestandes zwischen Gewerbegebiet und der geplanten Ostumfahrung – sowie auf das Krenmoos erscheinen aus Sicht der Verwaltung in jedem Fall sinnvoll“, sagte der zuständige Sachgebietsleiter Alexander Wolfseder. Demnach soll das LSG-Projekt auch in „Amperauen mit Hebertshauser Moos, Inhauser Moos und Krenmoos“ umbenannt werden.

Mechthild Hofner (ödp) aus Karlsfeld zeigte sich bestürzt und sah in dem neuen Gebietsvorschlag „ein Armutszeugnis“. Ihrer Ansicht nach handle es sich bei der aktuell umrissenen Fläche „nicht mal um eine Minimallösung“. Sie forderte, der Kreistag solle ein Signal setzen und mit einem größeren Gebiet ins Verfahren gehen. Sebastian Leiß von den Freien Wählern in der Stadt Dachau ärgerte sich über die „Rumrangiererei seit Jahren“ und die immer wieder geänderte Fläche.

Der Landrat wies vor der Abstimmung deutlich darauf hin, dass lediglich über die Einleitung des Verfahrens abgestimmt werde, nicht über das LSG selbst. Die Grenzen des Gebietes könnten weiterhin geändert und angepasst werden. Wie CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Offenbeck erläuterte, würden die Gebiete mit den drei roten X langfristig zum LSG gehören. In der Folge sprach sich der Ausschuss dafür aus, das Inschutznahmeverfahren für das LSG zu beginnen. Sollte der Kreistag am Freitag, 15. Dezember, diesem Beschluss folgen, müssen im nächsten Schritt unter anderem die Träger öffentlicher Belange, Bürger und Verbände beteiligt werden.

Conny Kirmaier

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