Dachau-Preis für Zivilcourage geht an Stanislav Zámecník

Dachau - Der Dachau-Preis für Zivilcourage 2011 geht an Dr. Stanislav Zámecník. Der heute 88-jährige Zámecník war während der NS-Zeit Häftling im KZ Dachau. Damals habe er beispiellosen Mut bewiesen, so die Jury.

Der Stadtrat der Stadt Dachau bestätigte in seiner Sitzung am 7. Juni den Vorschlag der aus Dr. Sybille Krafft, Prof. Dr. Wolfgang Benz und Dr. Martin Schmidl bestehenden Jury, den Preis an Stanislav Zámecník zu vergeben. Schon als 17-Jähriger, nach der Besetzung seiner Heimat Mähren durch die deutsche Wehrmacht, schloss sich Zámecník den Tschechischen Legionen an, um Widerstand zu leisten. Deshalb wurde er verhaftet und im Februar 1941 nach Dachau verschleppt.

Dort half er als Pfleger im Häftlingsrevier unter Einsatz seines eigenen Lebens kranken und durch Tod oder grausame medizinische Experimente bedrohten Leidensgenossen, indem er auf illegalem Wege Medikamente beschaffte oder von der Ermordung bedrohte Häftlinge versteckte.

Auch nach 1945 zeigte Stanislav Zámecník Zivilcourage als er sich mit anderen Überlebenden des KZ Dachau im „Prager Frühling“ engagierte, nach dessen Zerschlagung er seine Arbeitsstelle verlor und Berufsverbot erhielt.

Der Preis wird am 10. Dezember im Rathaus übergeben. Er ist mit 5000 Euro dotiert. Der Preisträger erhält zudem eine Medaille, gestaltet von dem Dachauer Künstler Heinz Eder.

Den Dachau-Preis für Zivilcourage gibt es seit 2005. Er wird alle zwei Jahre vergeben. Mit dem Dachau-Preis soll das Vermächtnis der Opfer der Konzentrationslager und des vielfältigen Widerstandes gegen das NS-Regime lebendig erhalten werden. Der Dachau-Preis orientiert sich an der Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen und an den Grundsätzen von Amnesty International. Mit diesem Preis werden einzelne Personen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich mit Mut, Phantasie und Engagement für die Rechte von Verfolgten und von diskriminierten Minderheiten einsetzen. Die bisherigen Preisträgerinnen sind Maria Seidenberger (2005), Lina Haag (2007) und Mirjam Ohringer (2009).

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