Auch diese Kuh hätte mehr Spaß am Leben, wenn dauerhaft Sommer wäre. foto: Plettenberg

Diskussion um Umstellung

Warum Kühen die Sommerzeit lieber wäre

Lieber dunkle Wintermorgen oder dunkle Sommerabende: Welche Zeit soll gelten, wenn die Zeitumstellung Geschichte ist? Lehrer bevorzugen die Winterzeit, Biergartenbesucher, Sportler und Kühe wohl die Sommerzeit.

Dachau – Die Zeitumstellung soll in zwei Jahren abgeschafft werden – soviel steht fest (siehe auch Hauptteil). Was noch nicht feststeht: Welche Zeit soll dauerhaft gelten: Sommer- oder Winterzeit? Bernhard Wetzstein, Vorsitzender des TSV Indersdorf, sieht eindeutig Vorteile in einer permanenten Sommerzeit. „Gerade für den Sport und Sportveranstaltungen ist die Sommerzeit besser. Man kann abends länger draußen spielen und spart sich die Kosten für das Flutlicht, vor allem im Herbst wäre das gut.“ Auch wünscht sich Wetzstein die Sommerzeit für den Biergarten des Vereinsheims. „Dann können die Gäste und Sportler länger zusammen sitzen.“ Sollte es allerdings doch zur Einführung der Normalzeit, also der Winterzeit, kommen, wäre auch das kein Problem. In der Herbstzeit, in der nur wenige Spiele sind, könne der Verein die Sportplätze trotzdem mit Flutlichtern ausleuchten. Wirklich relevant wäre eine Pro-Sommerzeit-Regelung nur für die Zeit von April bis Oktober, in den restlichen Monaten wird in der Halle trainiert, „da ist es dann egal, ob es früh dunkel ist oder nicht“.

Ähnlich wie Wetzstein hält Norbert Pfündl, Wirt der Gast- und Tafernwirtschaft in Hilgertshausen-Niederdorf, die Sommerzeit für das Freizeitverhalten seiner Gäste für besser, obwohl die Leute auch gemütlich sitzen bleiben, wenn es dunkel wird, berichtet er. „Jeder richtet sich danach, wann er am nächsten Tag in die Arbeit muss. Ich denke, das wird sich auch nicht ändern, wenn es früher dunkel wäre.“

Lesen Sie dazu auch: Riesenfehler der EU

Anders sieht das Cordula Weber, die Direktorin der Grund- und Mittelschule Odelzhausen. „Gerade für die jüngeren Schüler wäre die Normalzeit, also die Winterzeit, besser. Bei den Kleinen richtet sich der Biorhythmus noch nach hell und dunkel.“ Wenn die Sommerzeit gelten und es er erst gegen halb zehn hell werden würde, ist für die Grundschüler der halbe Tag schon vorbei – im Dunklen. Umgekehrt würde es auch gerade für die jungen Schüler von Vorteil sein, wenn es im Sommer früher dunkel wird, „denn dann kommen die Kinder rechtzeitig zum Schlafen“. Laut Weber sei es auch egal, ob es im Sommer dann um halb sechs oder halb sieben hell wird, denn die meisten Schüler schliefen um die Zeit noch. Ihr Fazit: „Vor allem für Grundschüler ist die Regelzeit klar zu bevorzugen.“

Umfrage zur Zeitumstellung: 78 Prozent dagegen

Ebenfalls für Winterzeit ist Bäuerin Maria Baumann aus Niederroth. „Mit der Umstellung der Zeit ändert sich auf dem Hof nicht viel. Energie und Aufwand sind während der Sommer- und Winterzeit gleich.“ Trotzdem sei es gut, dass die Umstellung 2021 abgeschafft werde, denn: „Nach jeder Zeitumstellung gewöhnen wir unsere Milchkühe in Etappen an die neue Zeit. In Fünf- bis Zehn-Minuten-Schritten kommen wir früher oder eben später zum melken. Von daher ist es gut, wenn nicht mehr umgestellt wird.“ Für die Milchkühe wäre es allerdings besser, wenn die Sommerzeit dauerhaft gelten werden würde. Denn: Bei viel Helligkeit seien die Tiere fruchtbarer und aufnahmefähiger und geben konstanter Milch. „Aber genau den gleichen Effekt können wir ohne Nachteile mit künstlichem Licht auch erzeugen“, so Baumann.

Eindeutig einig, ob man 2021 ein letztes Mal auf die Sommerzeit umstellen sollte oder bei der Normalzeit bleibt, ist sich also niemand.

Franziska Sammer

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