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Ist der Badespaß schon vorbei, bevor er begonnen hat? Ob das Ainhofener Bad heuer öffnet, ist ungewiss.

Freibäder im Landkreis Dachau bleiben wohl geschlossen

Droht ein Sommer ohne Freibad?

Bis 3. Mai haben die Freibäder in Stadt und Landkreis Dachau definitiv geschlossen. So lange gilt die Corona-Allgemeinverfügung. Doch wie geht es dann weiter?

Landkreis – Die gute Nachricht vorneweg: Baden im See ist erlaubt. Laut Wolfgang Reichelt, Pressesprecher im Landratsamt, gilt laut Allgemeinverfügung der bayerischen Staatsregierung „ein See wie ein Park. Der ist Natur“. Im See dürfen sich die Bürger daher – unter Einhaltung der Abstandsregeln, versteht sich – ohne Einschränkungen bewegen. Am See allerdings muss man wieder aufpassen: Spielplätze und Sportanlagen sind weiter tabu.

Gleiches gilt für Badeanstalten – vulgo: Freibäder. Die sind Reichelt zufolge bis 3. Mai auf jeden Fall geschlossen. Dann „warten wir auf die Ankündigung von Markus Söder, wie es weitergeht“. Eine Prognose, wie die Entscheidung des Ministerpräsidenten ausfallen könnte, hat Reichelt nicht.

Auch die Betreiber der Freibäder in Dachau, Vierkirchen und Ainhofen sind ratlos. „Wir erfahren alles auch immer nur aus der Presse“, klagt Olaf Schellenberger, zweiter Vorsitzender des Vereins für Bewegungsspiele (VfB) Ainhofen, der das dortige Bad betreibt.

Schellenberger zufolge hat der VfB seine Frühjahrsarbeiten abgeschlossen, auch „kleinere Investitionen“ – etwa in die elektrische Anlage des Kiosks – wurden erledigt. Mitte Mai, so wäre der Plan gewesen, hätte das Ainhofener Freibad dann öffnen sollen.

Seit der Coronakrise aber ist bekanntlich alles anders. Das Ainhofener Bad ist laut Schellenberger allerdings noch in einer komfortablen Situation: „Wir sind ein Verein, wir machen alles ehrenamtlich. Zahlen müssen wir nur die Pacht.“ Insofern wäre im Fall des VfB ein kompletter Saisonausfall zwar bitter, aber keine Existenzbedrohung: „Ein Jahr könnten wir überleben, weil wir keine großen Ausgaben haben.“ Die richtigen Kosten entstünden nämlich erst, wenn das Wasser im Becker eingelassen sei: „Die Pumpen brauchen Strom, dazu kommt die Wasserchemie.“ In Summe, so Schellenberger, wären dies 20 000 Euro.

Daher ist der VfB auch skeptisch, was eine spätere Öffnung der Badesaison betrifft. „Wir machen unser Hauptgeschäft im Juni und Juli.“ Wenn die Erlaubnis zur Öffnung erst im August käme, dann, so Schellenberger, „weiß ich nicht, ob sich das noch rentieren würde. Das müssten wir abwägen“.

So sieht man es auch bei den Stadtwerken Dachau, die das Familienbad in der Großen Kreisstadt betreiben. Allerdings, sagt Sprecherin Cornelia Scheyerl, spiele hier auch die Frage eine Rolle, ob im Sommer die Grenzen wieder geöffnet sind: „Wenn die Leute nicht in Urlaub fahren können, wäre es schon zu überlegen, ob wir im August noch öffnen sollen.“ Denn ansonsten, klar, „sind der Juni und Juli unsere besten Monate“. Zur Verdeutlichung: Von den 110 000 Besuchern, die im vergangenen Sommer das Familienbad besucht hatten, kamen mehr als 12 000 allein in den Tagen zwischen 22. und 27. Juni.

Im Familienbad laufen daher auch die Vorbereitungen für einen hoffentlich baldigen Saisonstart weiter. „Im Moment wird gerade eine Sanierung des Sportbeckens und des Springerbeckens vorgenommen. Geplanter Öffnungstermin wäre der 16. Mai“, so Scheyerl. Dass die Stadtwerke lieber auf einen früheren als auf einen späteren Öffnungstermin angewiesen sind, bestätigte zuletzt im Ferienausschuss auch der Oberbürgermeister: Die Eintrittsgelder im Familienbad – durchschnittlich 300 000 Euro pro Saison – seien „ein wichtiger Posten im Haushalt der Stadtwerke“, so Florian Hartmann.

In Vierkirchen hat man sich derweil schon mehr oder weniger verabschiedet von der Badesaison 2020. „Wenn ich mir überlege, dass bis Ende August alle Großveranstaltungen abgesagt sind, wie soll ich denn dann ein Bad öffnen“, fragt sich Bürgermeister Harald Dirlenbach. Und angenommen, es gäbe für sein Naturbad eine Betriebserlaubnis bis beispielsweise 300 Gäste: „Was mach ich denn dann mit dem 301.?“ Um die vorgeschriebenen Abstände einzuhalten, brauche er ja „mehr Sicherheitspersonal als alles andere“! Anders als in Ainhofen oder Dachau dauert die Vorbereitung der Becken im Naturbad zudem länger, rund vier Wochen – wobei diese Arbeiten in Vierkirchen traditionell Dirlenbachs „Rentner-Gang“ erledigt. Da diese ehrenamtlichen Helfer als Risikogruppe aber nicht zur Verfügung stehen, ist Dirlenbach auch wenig optimistisch: „Wir öffnen unser Bad erst wieder im Mai 2021, das ist meine persönliche Überzeugung!“

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