Dachau will die Nord-Ost-Umfahrung - Karlsfeld befürchtet Verkehrskatastrophe

Karlsfeld - Der Dachauer Stadtrat hat am Dienstag mehrheitlich beschlossen, die Pläne für eine Nord-Ost-Umfahrung der Stadt weiterzuverfolgen. Für Karlsfeld - da ist man sich im Gemeinderat ziemlich einig - wäre die Verwirklichung des Straßenbauprojekts nichts weniger als eine Katastrophe.

Mit der Nord-Ost-Umfahrung sollen Teile des Verkehrs aus dem Norden und Westen des Landkreises um die Stadt Dachau herumgeführt werden (siehe Grafik auf der ersten Lokalseite dieser Ausgabe). Anschließend aber trifft der umgeleitete Verkehrsstrom auf Karlsfeld - geballt. Betroffen ist vor allem auf die mit rund 18 000 Fahrzeugen täglich ohnehin schon stark belastete Bajuwarenstraße.

Das Projekt ist umstritten. Kritiker verweisen auf eine Studie, wonach die Umfahrung für Dachau nur Entlastungen im einstelligen Prozentbereich bringe. Zudem soll die Umgehungsstraße zum Teil durch ökologisch bedeutende Gebiete verlaufen.

Danach trifft die Nord-Ost-Umfahrung auf die alte B 471 - und hier beginnt aus Karlsfelder Sicht der Ärger. Der eine Teil der Autofahrer fährt von dort zurück zur Bajuwarenstraße und dann durch Karlsfeld, der andere weiter Richtung A 92.

Beides ist problematisch, wie Bernd Wanka verdeutlicht. Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat und Karlsfelder Verkehrsreferent erinnerte gestern im Gespräch mit den Dachauer Nachrichten noch einmal daran, unter welcher Voraussetzung der Gemeinderat den Bau der Umgehung positiv sähe: wenn kein zusätzlicher Verkehr auf Karlsfelds Straßen kommt.

Doch das wird sich nicht verhindern lassen. Denn schon jetzt ist die Autobahnauffahrt bei Schleißheim völlig überlastet. Wanka: „Der Verkehr staut sich auf der B 471 mitunter bis zur Auffahrt Karlsfeld-Mitte!“ Ohne einen gleichzeitigen Ausbau der Autobahnanschlussstelle Oberschleißheim zu einem Kleeblatt - ohne Ampel - dürfe deshalb die Nord-Ost-Umfahrung Dachaus keinesfalls realisiert werden. „Das eine geht ohne das andere nicht, das ist ein zentraler Punkt für uns“, so Wanka, der deshalb nach der Sommerpause einen Vertreter der Autobahndirektion einladen will, um im Gemeinderat Rede und Antwort zu stehen.

Die zweite klar formulierte Forderung aus Karlsfeld ist seit jeher, dass der Kreuzungspunkt der neuen Ostumfahrung zur B 471 so weit wie möglich nach Osten verlagert wird, damit es für Autofahrer schlichtweg unattraktiv wird, auf der Schleißheimer Straße zurück zur Bajuwarenstraße zu fahren. Den jüngsten Vorstellungen der Planer zufolge trifft die Ostumgehung am Obergrashof auf die B 471.

Das ist aus Karlsfelder Sicht zwar besser als eine bereits diskutierte Alternative, wonach die Umgehung auf den Kreisverkehr an der Kopernikusstraße im Süden des Dachauer Gewerbegebiets geführt wird. Zu einer enormen Zunahme des Verkehrs auf der Bajuwarenstraße würde es dennoch führen. Besonders kritisch wird es laut Wanka dann dort, wo die beiden Hauptverkehrsadern der Gemeinde zusammentreffen: an der Kreuzung der Münchner Straße mit der Bajuwarenstraße am Möbelhaus Fischer. Allein auf der Münchner Straße werden hier schon heute 44 000 Fahrzeuge gezählt. Jeden Tag. (tol)

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