Altlasten am Himmelreichweg? Auf unserer Grafik die von August Haas vermutete belastete ungefähre Fläche.

Altlasten im Acker?

Hinweis eines Landwirts

Dachau - Landwirt und CSU-Stadtrat August Haas hatte einen Teil des Ackers am Himmelreichweg viele Jahre lang gepachtet. Nun will das Landratsamt darauf Container für Flüchtlinge errichten. Haas befürchtet, dass Altlasten in dem Acker verborgen sind.

„In den 40er oder 50er Jahren war damals eine Kiesgrube. Ich weiß nicht wirklich, was drin war, aber früher wurde da natürlich alles Mögliche reingeworfen“, sagt Haas.

Er habe die Altlasten auf dem Acker zwar bereits in zahlreichen Ausschüssen angesprochen, seine Bedenken seien aber nicht ernst genommen worden. Die Kiesgrube sei damals etwa 50 Meter lang, 25 Meter breit und rund acht Meter tief gewesen und wurde später mit Erde aufgeschüttet. Heute liegen die Altlasten nach den Angaben von Haas nur rund einen Meter unter dem Erdreich.

Allerdings konnte die Familie von August Haas auf dem Feld seit etwa 1945 viele Jahre Feldfrüchte anbauen. In den vergangenen Jahren baute der Landwirt dort vor allem Getreide, Kartoffeln und Mais, zuvor auch einmal Zuckerrüben, an: „Ich habe die Fläche auch schon beproben lassen, und sie hat sich als unbedenklich herausgestellt.“ Trotzdem war es dem CSU-Stadtrat ein Anliegen, dass das Landratsamt den Acker noch einmal genauer unter die Lupe nimmt, bevor die Flüchtlinge ihre Container beziehen und betont: „Ich habe überhaupt nichts gegen die Anlage. Es geht mir nur alles sehr schnell.“

Denn er muss nun seinen langjährigen Pachtvertrag für den Acker auflösen und verliert gleichzeitig auch fünf Prozent seiner landwirtschaftlichen Fläche. Außerdem wolle er als Landwirt – der seinen Ackerboden genau kennt – das Landratsamt Daschau über die Altlasten nicht im Ungewissen lassen. Auch auf der Bürgerinformationsveranstaltung hatte sich Haas gemeldet und das Problem angesprochen. Oberbürgermeister Florian Hartmann antwortete, dass es ja interessant sei, dass Haas auf genau diesem Acker jahrelang Früchte angebaut und diese verkauft habe.

Wolfgang Reichelt, Pressesprecher des Landratsamtes, nimmt die Bedenken von August Haas ernst, sagt aber zugleich: „Ich gehe davon aus, dass die Altlasten für die Asylbewerber völlig unbedenklich sind, denn die Fläche wurde ja auch jahrelang schon landwirtschaftlich genutzt.“

Im Übrigen sei die von Haas angesprochene Kiesgrube mit Altlasten aus den 40er Jahren bisher nicht im aktuellen Altlastenverdachtsflächenkataster vermerkt. Ob sie für die Asylbewerber wirklich bedenklich sind, wolle das Landratsamt nun aber prüfen: „Wenn die Bauarbeiten am Himmelreichweg diese Woche beginnen, werden wir auch einen Gutachter hinschicken, der die Humusschicht beproben wird.“ Wenn sich dabei herausstellen sollte, dass die Altlasten für die Flüchtlinge doch bedenklich sind, hätte das Landratsamt auch die Möglichkeit, den verunreinigten Boden zu entsorgen oder Asphalt darüber zu legen, sagt Wolfgang Reichelt.

ans

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