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Wollen doch weitermachen: Rudolf Stauss, Ulrike Daumer-Rudorfer und Inge Stauss (v.l.).

Gute Nachricht für Volksfestfreunde

Franziskaner-Garten soll so bleiben

Dachau - Eine gute Nachricht für alle Fans und Freunde des Franziskaner Gartens auf dem Dachauer Volksfest: Wirtin Ulrike Daumer-Rudorfer und Geschäftsleitung Inge und Rudi Stauss wollen nach dem Tod des Wirts Ralf Rudorfer im Februar jetzt doch alles so weiterführen wie bisher.

Nachdem der Vertrag der Festwirtin des Franziskaner Gartens, Ulrike Daumer-Rudorfer, dieses Jahr ausläuft und für die nächsten zwei Jahre neu aufgestellt werden muss, war das Bangen um das Fortbestehen des beliebten Biergartens, wie man ihn seit 13 Jahren nun kennt, groß. Zumal die Witwe nach dem Tod von Ralf Rudorfer zunächst angekündigt hatte, sie werde wohl heuer das letzte Mal Wirtin des Zelts sein. Jetzt die Erleichterung: Ulrike Daumer-Rudorfer will sich gemeinsam mit dem Geschäftsführer-Ehepaar Inge und Rudi Stauss neu bei der Stadt um das Zelt und den Zuschuss bewerben.

Stammgäste wie die Feldgedinger Burschen dürften dieses Vorhaben sehr begrüßen. Bereits seit Anbeginn hat der Verein jeden Tag zwei und am Wochenende sogar vier Tische reserviert. Deshalb hat er auch sein eigenes Schild an der Boxenwand anbringen dürfen. „Der Franzi-Garten ist einfach das beste Zelt mit dem besten Essen“, weiß Burschenvorstand Lucas Fuchsbichler aus Erfahrung. Der 21-Jährige lobt besonders den schnellen und freundlichen Service des 60-köpfigen Teams. Auch Thuro Dominik vom Burschenverein findet es hier „am griabigstn“.

Ebenfalls eine feste Größe im Franziskaner Garten ist die Band „Hound Dogs“. Seit 1963 gibt es die Rocker nun schon, im Franziskaner Garten spielen sie bereits seit 15 Jahren. „Wir sind schon fast eine Institution, würde ich sagen. Wir spielen an zwei Tagen hier und sind meistens ausverkauft, weil wir viele Freunde und Fans dort haben“, sagt Nadir Kurbanoglu, der Schlagzeuger und Gründer der Band.

Ihr Repertoire, das vorwiegend von Oldies und Volksfestklassikern geprägt ist, kommt bei den Gästen einfach super an. Auch Bassist Ekram Kurbanoglu, Gitarrist Janis Bankavs und Solo-Gitarrist Johann Riesz sind sich einig: „Der Franziskaner Garten ist einfach einer der schönsten Biergärten, in denen wir spielen . Wir kommen jedes Jahr sehr gerne her und freuen uns auf unseren Tisch und das Essen dort“. Das soll auch so bleiben.

So wie kleine aber feine Besonderheiten: Zum Beispiel das in der VIP-Box versteckte Holzschränkchen. Auf die Frage hin, was es damit auf sich habe, erzählt Rudi Stauss schmunzelnd: „Auf den Wunsch von Gästen hin verstauen wir für sie ihren Willi oder Ramazotti samt Gläsern in dem Schränkchen. Sie bekommen dann einen Schlüssel und freuen sich, wenn sie dann vor ihren Gästen das ,exklusive‘ Schrankerl aufsperren und selbst ausschenken können“. Kleinigkeiten wie diese machten den Charme des Franziskaner Gartens aus.

Daneben gibt es eine weitere besondere Tradition im Franziskaner Garten, die von Ralf Rudorfer eingeführt wurde: In Zusammenarbeit mit dem BRK, anderen Schaustellern und der Stadt Dachau spendierte er bedürftigen Kindern aus Dachau einen Nachmittag auf dem Volksfest. Bereits seit zehn Jahren ist die Aktion enorm erfolgreich und ermöglicht finanziell schwachen Familien, dass ihre Kinder einen schönen Tag verbringen können, mit Essen, Trinken und einer Menge Spaß an den Fahrgeschäften und Buden.

„Die Familie Rudorfer hat eine enorm soziale Einstellung, die ich extrem bewundere“, sagt Rudi Stauss voller Stolz. Als Mitbegründer der Aktion hat auch er Anteil daran, dass dieses Jahr wieder 40 Kinder mit Betreuern einen schönen Wiesn-Nachmittag verbringen konnten. Der Franziskaner Garten hätte sich in dem vergangenen Jahrzehnt von einem Zelt mit ein paar Bierbänken zu einem richtigen Biergarten mit traditionellem Essen und einzigartigem Flair entwickelt – nicht zuletzt durch die maßgebliche Prägung und Liebe der Familie Rudorfer, so Stauss.

Die Gestaltung dieses einzigartigen Flairs und der Einrichtung ist natürlich mit enorm viel Arbeit verbunden. Auch in der Dekoration und der Auswahl der Bands, die spielen dürfen, spiegle sich die Liebe und das Herzblut, das Ulrike Daumer-Rudorfer in ihren Biergarten steckt, wider. „Wir arbeiten stets daran, ein einzigartiges Programm für die zehn Tage auf die Beine zu stellen und jedes Jahr etwas Neues dazuzuerfinden“, so Inge Stauss. Dieses Jahr beispielsweise gab es zum ersten Mal am Sonntag einen Weißwurst-Frühschoppen, der großen Zuspruch fand.

Angst, dass es den Franziskanergarten wie in den vergangen 13 Jahren nicht mehr geben wird, braucht man also nicht zu haben. Alle charmanten Details und Besonderheiten sollen beibehalten werden. „Wir hoffen bei unserer nächsten Bewerbung im Herbst darauf, dass die Stadt uns auch weiterhin hier haben möchte“, betonte Rudi Stauss.

sj

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