Comedy-Hacker in Aktion: Tobias Schrödel. foto: ink

Fremde Daten auszuspähen ist ein Klacks

Dachau - Der aus Stern-TV bekannte Tobias Schrödel verblüfft als Comedy-Hacker 100 Besucher in der Bergkirchener Schule

Bergkirchen - Die Möglichkeit, einen Blick in den „Giftschrank der Hacker“ zu werfen, verspricht Spannung. Rektor Albert Sikora von der Grund- und Mittelschule Bergkirchen freute sich daher, einen außergewöhnlichen Gast begrüßen zu können: Vor etwa 100 gebannten Zuhörern gewährte der aus dem Fernsehmagazin Stern-TV bekannte IT-Spezialist Tobias Schrödel als „Comedy-Hacker“ auf höchst humorvolle Weise einen Einblick in die Welt des Internet.

In seinem beeindruckenden Vortrag empfahl Tobias Schrödel eindringlich, sich im Internet immer umsichtig und verantwortungsvoll zu bewegen. „So hilfreich und wichtig dieses Kommunikationsmittel auch ist, es vergisst nichts und ist nur so sicher, wie es sein Nutzer sichert.“

Überrascht waren die Zuhörer auch darüber, wie einfach es ist, ein Handy abzuhören, wenn beispielsweise Bluetooth aktiviert ist. Der erste Comedy-Hacker Deutschlands demonstrierte, wie kinderleicht es ist, fremde Daten auszuspähen. Für einfache Passwörter, die oftmals den Zugang zu intimen Dokumenten öffnen, brauchen Hacker nur den Bruchteil einer Sekunde.

Dabei ist die Show Schrödels keine Internetschulung. Steht er zu Beginn seines Vortrages noch mit Hemd und Sakko vor dem Publikum, verwandelt er sich bald in einen coolen jugendlichen Hacker, der immer und überall online ist.

Warum der Vorname als Passwort nicht geeignet ist, führte Schrödel den Zuhörern drastisch vor Augen. Mit Hilfe eines leicht zu bekommenden Tools aus Russland hackte er sich live in fremde Dateien. Mit einem handelsüblichen Laptop lassen sich so in einer Sekunde 14 Millionen Vornamen-Passwörter überprüfen. „Innerhalb von 14,3 Sekunden sind das bereits 244,5 Millionen.“ Selbst bei einem vierstelligen Passwort aus Buchstaben und Ziffern benötigt das Tool lediglich 2,67 Sekunden, um alle möglichen Varianten durchzuprüfen. Besser sei da schon ein achtstelliges Passwort, rät Schrödel. Hier brauche die Hacker-Software immerhin schon 1,8 Jahre. Kluge Leute benutzten in ihren Passwörtern auch Sonderzeichen wie Doppelpunkte oder Semikolen - so lasse sich die Berechnungszeit bei einem achtstelligen Passwort auf 24 Jahre und einem zwölfstelligen Passwort auf 1,89 Milliarden Jahre verlängern. „Wenn das dann jemand herausbekommt, ist es mir das wurscht“, so Schrödel. „Verwenden Sie ab morgen Passwörter mit mindestens zehn Zeichen, bestehend aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen“ empfahl er.

Wie merkt man sich solche Passwörter eigentlich? Der Tipp: „Nehmen Sie sich einen bestimmten Satz und nutzen sie die Anfangsbuchstaben.“ Beispiele für sichere Passwörter: „FdhdGggSwh!“ (Fuchs du hast die Gans gestohlen gib sie wieder her!) oder „Pf3!3rw3hr“ (Pfeierwehr) oder „T0b!a5Schr03)3l“ (Tobias Schroedel).

Wie leicht es ist, private E-Mails mittels eines illegal erworbenen so genannten KeyKatchers zu knacken und sämtliche Aktivitäten des Computers aufzuzeichnen, verblüffte die Zuhörer ebenso wie die Tatsache, dass es kinderleicht ist, über gewisse Webseiten Viren einzukaufen, die dann über verseuchte USB-Sticks auf bestimmten Rechnern verbreitet werden. Schrödels Tipp: „Niemals gefundene USB-Sticks aus Neugierde an den Computer anschließen.“

(ink)

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