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Spendenaktion der Heimatzeitung hilft

Mutter und Tochter haben wieder Hoffnung

Noch vor kurzem glich ihr Leben einem einzigen Albtraum. Die Mutter litt unter schweren Depressionen, ihre 16-jährige Tochter an einer Essstörung. Heute haben die Beiden wieder Hoffnung – dank der vielen Spender aus dem Landkreis, die die „Kette der helfenden Hände“ der Dachauer Nachrichten unterstützen.

 

Nachdem die alleinerziehende Mutter Barbara N. (Name von Mutter und Tochter geändet) ihre Festanstellung vor fünf Jahren verloren hatte, „nahm das Desaster seinen Lauf“, sagt die 39-Jährige, die ihren Wohnort nicht nennen möchte, heute. Nach ihrer Ausbildung zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin arbeitete sie im Allgäu – weit weg von ihrem Wohnort im Dachauer Landkreis. Wegen ihrer „enormen Arbeitszeiten“ blieb kaum noch Zeit für ihre 16-jährige Tochter Simone, wie sie sagt. Barbara N. kündigte.

Trotzdem musste sie ihre Minifamilie versorgen, denn der Kindsvater zahlte keinen Unterhalt. Barbara N. nahm einen Job als Gebäudereinigerin in München an, obwohl sie schon zuvor Bedenken hatte. Denn: Auch dort waren die Arbeitszeiten nur schwer mit einem Familienleben vereinbar. „Ich habe einfach zu viel Zeit in die Arbeit investiert und hatte überhaupt keine mehr für meine Tochter. Deswegen bekam ich eine schwere Depression und wurde wieder arbeitslos.“ Eine Abwärtsspirale begann! Wegen ihrer Krankheit konnte die 39-Jährige die Anforderungen ihres Chefs an das hohe Arbeitspensum nicht mehr erfüllen. Als arbeitslose und alleinerziehende Mutter blieb Barbara N. die Miete für ihre kleine Wohnung schuldig, die Haushaltskasse war fast leer. „Am meisten hat darunter meine Tochter gelitten“, sagt die 39-Jährige traurig, denn für sie blieb kaum noch Geld. „Sie hatte eigentlich nur ein Bett in ihrem Zimmer. Deswegen hat sie auch nie Freunde eingeladen und sich sozial komplett zurückgezogen.“ Simone reagierte mit ihrem Essverhalten auf die finanziell und psychisch belastende Situation. Denn sie brachte viele Lebensmittel mit negativen Gedanken in Verbindung und vermied zum Beispiel alle Speisen, die mit Butter hergestellt sind. Die Situation von Barbara und Simone N. war zum Verzweifeln.

Erst der mutige Schritt, die Schuldnerberatung der Caritas aufzusuchen, brachte schließlich die Wendung im Leben von Barbara und Simone N. Über die Caritas bekam die Familie finanzielle Unterstützung von der Hilfseinrichtung „Kette der helfenden Hände“ der Dachauer Nachrichten. „Jetzt ist dieser ganze Druck erst einmal weg, und das ist auch für meine Gesundung sehr wichtig. Zur Zeit kann ich mich darauf konzentrieren, ins Arbeitsleben zurückzukehren“, sagt Barbara N., denn sie konnte den größten Teil ihrer Mietrückstände begleichen – und endlich ihrer Tochter das Zimmer komplett einrichten. Dadurch blühte Simone regelrecht wieder auf. Der Teenager verbesserte sich in der Schule und traut sich heute sogar an außerwöhnliches Essen heran.

Mutter und Tochter sind weiterhin in Therapie, Barbara N. schaut aber positiv in die Zukunft: „Man lebt ja nur einmal, und man muss wissen, wofür man aufsteht. Man muss sein Leben in die Hand nehmen.“

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