Wer ist die klügste Melkerin?

Dachau - Sie müssen wissen, wie hoch der Milchpreis ist. Wie man eine Kuh melkt. Und: Wie man sich den Traummann angelt. Sind all diese Hürden genommen, winkt den jungen Madln ein besonderer Titel: Muichmadl 2013.

Sie erst 15 Jahre alt. Und kommt nicht einmal aus einer Milchwirtschaft. Trotzdem hat Sonja Sulzberger das Publikum, etwa 240 Leute, in Arnzell derart mit ihren Milchkenntnissen derartig beeindruckt, dass sie die Schülerin zum Muichmadl 2013 gewählt haben. „Eigentlich fand ich’s ganz leicht“, sagt die Langenpettenbacherin. „Nur das Quiz war ein bisschen schwierig.“

Doch genau bei dem konnte die Schülerin punkten. Sechs junge Damen waren bei dem Wettbewerb in Arnzell gegeneinander angetreten. Und mussten einiges beweisen. Die erste Aufgabe: eine Kuh malen. Die Jury, bestehend aus sechs jungen Burschen, bewerteten die Zeichnungen - und schon musste die erste Kandidatin wieder abtreten.

Für die übrigen fünf gab es das Quiz. Mit Fachfragen, zu denen die Auswahl-Antworten auf Schildern bereit lagen. Die erste Frage lautete: Wie hoch ist der aktuelle Milchpreis? 20 Cent, 33 Cent, 38 Cent und 50 Cent gab es zur Auswahl. Sonja holt sich die 33 Cent - und ist schon eine Runde weiter. „Ich hab geraten“, gibt die 15-Jährige zu. Aber: richtig. Die restlichen Kandidatinnen müssen sich noch mit den anderen Fragen herumschlagen: Wie lange ist eine Kuh trächtig? Was ist die häufigste Milchrasse im Landkreis Dachau? Und wie hoch ist die durchschnittliche Milchleistung einer Kuh? 285 Tage, Fleckvieh und 7000 Liter - wieder muss eine Kandidatin, die keine rage richtig beantwortet hat, gehen.

Nächste Aufgabe. Eine praktische. „Faironika“ wird in den Saal geführt - an der Plastik-Kuh sollen die Mädels ihre Melk-Künste beweisen. Eine Minute haben die Kandidatinnen Zeit. Die schnellst melkt eben mal 240 Milliliter, Sonja schafft immerhin 110 - obwohl sie noch blutige Anfängerin ist. „Wir durften vorher schon üben“, erzählt die 15-Jährige. „Daher war es dann gar nicht so schwierig.“ Die nächste muss ausscheiden, sie hatte nur 90 Milliliter.

Und weiter geht’s mit dem letzten Thema: Die Muichmadln und der Traummann. Zunächst müssen die Mädels beschreiben, wie er denn so sein soll. Einen guten Charakter, die gleichen Interessen, nett, nicht zu anhänglich - und eine Bayer soll er sein, da sind sich die Madln einig. Dann lautet die Aufgabe: Was macht Ihr, wenn Ihr Euren Traummann auf der gegenüber liegenden Seite einer stark befahrenen Straße seht? Das Publikum bewertet die Antworten mit unterschiedlich lautem Applaus. Marina Hörmann aus Randelsried will Blickkontakt aufnehmen und winken, Sonja Sulzberger würde „nüber plärren, winken und rumhüpfen“ - und damit können die beiden Mädels punkten. Die letzte Wahl fällt per Zahnstocher: Es gibt einen kurzen und einen langen. Sonja hat das Losglück - und gewinnt. Und so ist die 17-Jährige Marina Hörmann aus Randelsried, Azubi als Tourismuskauffrau, ihre Stellvertreterin.

Nun muss sich die 15-jährige Langenpettenbacherin bald ihren Aufgaben stellen: auf Veranstaltungen präsent sein, den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter vertreten. Was genau da auf sie zukommt, weiß die 15-Jährige noch nicht. Überhaupt ist sie von der ganzen Sache „ziemlich überrascht“: Freundinnen von ihr waren schon mal Muichmadl gewesen, die hatten die Idee gehabt und sie aufgestellt. Und nun müssen sie eben das junge Madl auf ihre Aufgaben vorbereiten. Die ihr nur helfen können: Schließlich will sie später mal auf die Hauswirtschaftsschule.

(dn)

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