Kreisräte diskutieren über Einsparungen

Schulzentrum Odelzhausen: Das große Versprechen der Planer

Dachau – Drei Millionen Euro Einsparungen hatten Landkreis und Zweckverband von den Planern des neuen Schulzentrums Odelzhausen gefordert. Doch nur 1,8 Millionen Euro weniger präsentierte das Büro Meixner und Partner den Kreisräten in der jüngsten Sitzung – und ein großes Versprechen. Ist das genug?

Das neue Schulzentrum in Odelzhausen sollte rund 50 Millionen Euro kosten. Das war die Vorgabe der Bauherren, das sind der Landkreis Dachau und der Zweckverband. Doch diese konnte das Projektsteuerungsbüro Meixner und Partner aus Augsburg nicht halten. Obwohl nach ersten Schätzungen von einer Gesamtbausumme von 51,9 Millionen Euro ausgegangen worden war, musste die Zahl nach einer neuen Kostenschätzung korrigiert werden: auf 57,1 Millionen Euro.

Die Steigerung habe sich vor allem durch eine höhere Bruttogeschossfläche, eine von der Regierung von Oberbayern genehmigte größere förderfähige Fläche und damit verbunden auch durch mehr Ausstattung ergeben, so die Verwaltung. Nach Abzug der Kosten, an denen sich der Landkreis nicht beteiligt, blieben 54,9 Millionen Euro übrig. Als Landkreisanteil ergaben sich somit rund 20,7 Millionen Euro. Zu viel, so Landrat Stefan Löwl. 

Deshalb wurden die Planer gebeten, Einsparpotenziale zu finden und im Kreistag vorzulegen. Geschäftsführer Max Meixner konnte den Kreisräten in der Sitzung 1,8 Millionen Euro weniger anbieten. Einsparungen seien durch Abstriche bei den technischen Anlagen und im Außenbereich möglich. So zum Beispiel keine Kühlung in den Klassenzimmern und kostengünstigere Möbel. „Wir haben ein sehr gutes Konzept“, sagte Meixner im Kreistag. Deswegen habe sein Büro versucht, bei den Einsparungen nur Dinge zu streichen, die dieses Konzept nicht veränderten. Die deutliche Kostensteigerung führte er erneut vor allem auf die moderne Unterrichtsgestaltung zurück, die die Regierung von Oberbayern genehmigt hatte. 

Harald Dirlenbach, SPD-Fraktionsführer, störte sich vor allem an den Kosten für die Parkplätze: „Stellplätze für 1,2 Millionen Euro“ – das könne er keinesfalls nachvollziehen. „Das liegt vor allem daran, dass die Gemeinde Odelzhausen die Stellplatzsatzung von 1,0 auf 2,5 Parkplätze pro Klassenzimmer geändert hat“, klärte der Sulzemooser Bürgermeister Gerhard Hainzinger (CSU) auf. „Das allein macht eine Kostensteigerung in Höhe von 500 000 Euro aus.“ Gerhard Weber, Abteilungsleiter für zentrale Angelegenheiten im Landratsamt, sieht hier Einsparmöglichkeiten. „Bei einer Grund- und Mittelschule, wo die Schüler in der Regel nicht mit dem Auto fahren, braucht man keine 2,5 Stellplätze pro Klassenzimmer.“ 

Dirlenbach äußerte zudem die Befürchtung, dass der Kreistag der Kostenreduzierung um 1,8 Millionen Euro zustimme, am Ende aber doch wieder eine deutlich höhere Summe herauskomme. „Wir fühlen uns diesen Zahlen verpflichtet und werden am Ende mit ihnen ins Ziel gehen“, versprach Meixner. 

Schließlich akzeptierten die Kreisräte einstimmig die Einsparungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro als ausreichend. Dadurch ergeben sich für den Bau des neuen Schulzentrums in Odelzhausen mit Grund-, Mittel- und Realschule Gesamtkosten in Höhe von 53,1 Millionen Euro, an denen sich der Landkreis als Sachaufwandsträger im Bereich Realschule beteiligt. Der Baukostenzuschuss aus dem Kreishaushalt liegt bei maximal 20,04 Millionen Euro. Jetzt muss nur noch der Zweckverband am Donnerstag zustimmen.

Conny Kirmaier

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