Kreistag stimmt für ein Verfahren 

Landschaftsschutzgebiet wird größer

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Ein Gebiet im östlichen Dachauer Moos soll zum Landschaftsschutzgebiet werden. Der Kreistag stimmte nun für die Einleitung des Verfahrens. Landwirte befürchten unter anderem einen Wertverlust ihrer Grundstücke.

Ist ein Landschaftsschutzgebiet zwischen Dachau und Karlsfeld sinnvoll? Das wollen die Dachauer Kreisräte prüfen lassen und stimmten in der jüngsten Sitzung für die Einleitung eines Inschutznahmeverfahrens. Sieben Kreisräte waren dagegen (FW Stadt Dachau, FW im Landkreis Dachau).

Zunächst geht es nur darum, ein Gebiet im östlichen Dachauer Moos auf Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet (LSG) untersuchen zu lassen. Die Stadt Dachau, die Gemeinde Karlsfeld und der Bund Naturschutz hatten das beantragt (wir berichteten).

Die Verwaltung entschied sich für den Vorschlag der Kommunen – der Bund Naturschutz hatte einen eigenen, umfangreicheren Gebietsvorschlag gemacht – und erweiterte diesen um das Gebiet der Würm bis zur Böschung des westlichen Dammes sowie den Renaturierungs- und Mündungsbereich Reschenbach/Würm auf den städtischen Flächen gegenüber dem Entsorgungsbetriebs Fink.

Gleichzeitig wollten die Kreisräte den Landwirten die Sorge um Auswirkungen auf ihr Eigentum oder ihre Arbeit nehmen. Sie beschlossen mit fünf Gegenstimmen, den Entwurf für eine LSG-Verordnung so zu gestalten, dass die Betriebe weder hinsichtlich der Bodennutzung noch des privilegierten Bauens beeinträchtigt werden: Die Ängste der Bauern sind ein Wertverlust ihres Besitzes oder die EU früher oder später für sie nachteilige Änderungen in der LSG-Verordnung vorgibt.

Das kann Freie-Wähler-Kreisrat Franz Eichinger gut verstehen. „Ich hab mich mal erkundigt, Banken vergeben keine Kredite auf diese Grundstücke.“ Er plädierte dafür, dass Dachau und Karlsfeld eine weitere Bebauung auf dem Gebiet über den Flächennutzungsplan ausschließen würden und so ein LSG unnötig sei. Deswegen stimmten er und einige seiner FW-Kollegen gegen den Beschlussvorschlag.

Auch Sebastian Leiß (FW Stadt Dachau) sprach sich erneut dagegen aus. Er sieht hinter den Anträgen einen „faulen politischen Kompromiss“ hinsichtlich befürchteter Bürgerentscheide gegen ein Karlsfelder Gewerbegebiet. Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe wies den Vorwurf zurück: Der Gemeinderat sei seit 2008/2009 an einem LSG auf dieser Fläche interessiert. „Das war weit bevor ein Gewerbegebiet intensiv diskutiert wurde.“

Die genauen Umrisse eines möglichen LSG sollen nun in den kommenden Monaten diskutiert werden. Anwohner, Landwirte und andere Interessengruppen können Stellungnahmen abgeben. Die Kreisräte wollen sich das Gebiet nach der Sitzung am 1. Juli genau anschauen.

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