Eine zauberhafte Marionette hat Lena Eisenreich im Workshop gebastelt.

Kunst zum Austoben

Dachau - Im Workshop von Karin und Jürgen Wüsteney können Kinder ihre kreativen Ideen ausleben.

Neeles absolute Lieblingsfarbe ist Grün. „Na ja okay, Blau ist auch schön“, sagt Neele. „Aber Grün, also Grün ist wirklich am schönsten.“ Dschungelgrün, um genau zu sein. In der Farbe streiche ich jetzt auch mein Zimmer“, erzählt das quirlige Mädchen. Neele Hauger ist gerade einmal sechs Jahre alt, und weiß schon genau, was sie will. Redselig erzählt sie von ihren Eindrücken vom Kinderworkshop „Ingrids Pinselträume“. „Das ist mein Bild“, sagt Neele stolz und deutet dabei auf ein in Grün, Pardon, Dschungelgrün gehaltenes Bild eines Zirkusauftrittes.

Unter dem Motto „Cirque du Soleil“ haben die teilnehmenden Kinder alle Kunstwerke mit Zirkusmotiven gebastelt. „Zum ersten Mal musste ich schwarze Farbe nachkaufen“, berichtet Sina Weber. „Den Kindern hat es so gut gefallen, die dunkle Zirkusatmosphäre zu malen und sie mit Scheinwerfern auszuleuchten.“

Seit fünf Jahren leitet sie den Workshop für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren. Ins Leben gerufen wurde der Workshop von Karin und Jürgen Wüsteney. Nach dem Tod ihrer Tochter haben sie die Stiftung gegründet, um es ihren Enkelkindern Tanja und Marco zu ermöglichen, weiterhin bei Sina Weber Malunterricht nehmen zu können. Ingrid Wüsteney hat während den letzten Monaten ihrer schweren Krankheit begonnen, therapeutische Bilder zu malen. Neben den Kunstwerken der Kinder, die im Wasserturm ausgestellt waren, waren auch einige Gemälde von Ingrid Wüsteney zu sehen. „Ziel des viertägigen Workshops ist es, dass die Kinder mit Pinsel und Farbe ihre phantasievollen und kreativen Ideen ausdrücken zu können“, erklärt Weber.

Neele jedenfalls hat so einige Ideen in ihrem Werk verwirklicht: „Da verstecken sich nämlich ganz viele Zebras, die gerade rückwärts laufen.“ Wie es sich bei gegenstandsloser Kunst gehört, sind die Zebras lediglich mit schwarz-weißen Linien angedeutet. Doch das tolle Bild ist längst nicht alles, was die Sechsjährige in dem viertägigen Ferienworkshop gemacht hat. Auch ein Holzbankerl hat Neele mit der Hilfe von Kursleiterin Sina Weber gebastelt. „Ich wollte unbedingt einen Elefanten machen, auch wenn das ganz schön schwer war, die Kopfform zu machen“, erklärt das Mädchen. Klar, dass auch die Bank in Neeles Lieblingsfarben Grün und Blau gehalten ist. „Ich weiß schon genau, wo ich die Bank in meinem Zimmer hinstelle: in meine Kuschelecke.“ Denn an diese Wand soll bald auch die dschungelgrüne Farbe kommen. „Mit braunen Streifen darüber, dass es wirklich so aussieht, als würde mein Elefant Benno und ich im Dschungel sitzen.“ Auch die Zebras auf ihrem Bild haben bereits einen Namen bekommen: „Zebis heißen die alle.“

Nicht nur Neele fand die vier Tage richtig toll. Auch Lena Eisenreich hatte eine Menge Spaß. Sie hat eine Marionette gebastelt. Wie ihre hübsche Frau mit dem roten Samtoberteil und dem sonnengelben Rock heißen wird, hat sich die Sechsjährige noch nicht überlegt. Wie eine echte Zirkusartistin kann sie aber schon ein Kunststück mit ihrer selbst gebastelten Marionette: Zum Abschied lässt Lena ihre Puppe für Sina Weber mit der linken Hand winken.

(reg)

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