Schule wird vorübergehend ausgelagert

Die Mittelschule Dachau-Süd zieht um

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Dachau – Die Mittelschule Dachau-Süd wird saniert, erweitert und zieht um – zumindest vorübergehend: Der Schulbetrieb wird im Herbst 2017 für voraussichtlich zwei Jahre in die Ludwig-Thoma-Schule verlegt. Diesen Plänen der Stadt Dachau stimmte der Hauptausschuss gestern zu – auch wenn die Dachauer Volkshochschule das Nachsehen hat.

Die Volkshochschule sollte eigentlich in dem Gebäude an der Ludwig-Thoma-Straße endlich eine Bleibe finden. Doch daraus wird erst einmal nichts. Heute informiert die Stadt die Eltern der Mittelschüler von Dachau-Süd über die Pläne in einem Brief. Darin erläutert der OB auch die erhöhten PCB-Werte, die im Jahr 2012 festgestellt wurde (wir berichteten). 

PCB ist eine chemische Verbindung, die als krebsfördernd gilt. Zwar werden die Interventionswerte von 3000 Nanogramm pro Kubikmeter weit unterschritten, allerdings sollte man die Werte von bis zu 500 ng „auf Dauer nicht hinnehmen“, so der OB. Im Zuge der Sanierung soll nun die Ursache der PCB-Belastungen beseitigt werden. Außerdem besteht für die Mittelschule zusätzlicher Platzbedarf – auch wegen der neuen Ausrichtung als Ganztagsschule mit dem Schulprofil Sport. Sie soll erweitert, eventuell aufgestockt werden. Im Herbst 2017 beginnen die Arbeiten. 

Da trifft es sich gut, dass die Ludwig-Thoma-Schule zum Ende dieses Schuljahres wegen zu geringer Schülerzahlen aufgelöst wird. Hier gibt es 14 Klassenzimmer – die Schulleitung der Mittelschule Dachau-Süd rechnet mit einem Bedarf für 17 bis 18 Klassen. Drei Klassen können über den Mittelschulverbund nach Bergkirchen ausgelagert werden. 

Das Nachsehen hat die Volkshochschule: Sie kann zwar immerhin ein Jahr lang das Schulgebäude an der Ludwig-Thoma-Wiese für ihre Kurse nutzen, doch dann muss sie wieder weichen – obwohl sie dort eine neue Bleibe finden sollte. Die Mitglieder des Hauptausschusses waren enttäuscht: „Das stimmt mich mehr als traurig“, sagte Claus Weber (FW). Zwar ziehen die Schüler voraussichtlich 2019 wieder aus, doch bis dann der Umbau abgeschlossen sei, dauere es bis 2021/22, rechnete Weber vor. Der Umbau für die Zwecke der vhs kann noch nicht beginnen, weil er der Zwischennutzung durch die Mittelschule entgegenspricht. In erster Linie soll ein Aufzug über alle Stockwerke eingebaut werden. 

Auch OB Hartmann findet es schade für die Vhs, aber es sei „die vernünftigste Lösung“. Wenn man eine ganze Schule aus Container bauen müsse, sei das eine „Kostendimension, die uns umhauen würde“. Christa Keimerl (SPD) bezeichnete es gar als „Glücksfall, dass wir auf die Ludwig-Thoma-Schule zurückgreifen können“. Auch wenn sich alle gewünscht haben, dass die „Vhs nun eine Bleibe bekommt“. 

Auch der Hort der AWO verliert im Herbst 2017 seine Unterkunft in dem Gebäude: Laut Stadt können die Kinder dann im Dachgeschoss des Steinlechnerhofs untergebracht werden. Dort waren drei Wohnungen geplant – doch mit dem Umbau wurde noch nicht begonnen.

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