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Wie überprüft man den Klimaschutz?

Dachau - Der Kreistag hat sich zu ehrgeizigen Klimazielen verpflichtet. Bis 2020 sollen etwa 40 Prozent weniger CO2-Emissionen ausgestoßen werden. Doch dafür müssen die Emissionen erst einmal gemessen werden.

CO2-Emissionen sind schlecht für das Klima, also müssen sie gesenkt werden. Darüber ist sich der Kreistag schon mal einig. Doch die nächste Frage lautet: Wie genau soll das überprüft werden? Der erste Plan, ein gemeinsames Klimaschutzkonzept im gesamten Landkreis zu erstellen, ist kläglich gescheitert: 2011 hatten sich die Gemeinden aus dem Klimaatlas zurückgezogen, da ein solches Projekt nicht nötig sei.

Nun will der Kreistag mit eigenen Konzepten Teile des Klimaschutzes überprüfen. Im Umweltausschuss wurden nun 65 000 Euro für zwei Konzepte in den Haushalt eingestellt: für ein „Klimaschutzmonitoring“ und ein „Teilkonzept Verkehr“.

40 000 Euro würden in etwa für das Teilkonzept Verkehr anfallen. Der Landkreis ist zuständig ist für den Bereich „Mobilität“ und derzeit wird vom Bundesumweltministerium solch ein Konzept zur Hälfte gefördert - insgesamt würde das Konzept also etwa 80 000 Euro kosten Denn externe Experten sollen dafür CO2-Bilanzen, Minderungsziele und Zeitpläne für die Maßnahmen erstellen. Dazu soll bei der Klimaschutzwoche E-Mobilität vorgestellt werden, mit Elektrofahrrädern, „Segways“ und E-Mobile.

25 000 Euro fallen auf das Klimaschutzmonitoring nach dem „Bergkirchner Modell“, bei dem Basisdaten in Eigenregie erhoben werden sollen, statt durch externe Experten. „Die Frage ist aber: Was erwarten Sie sich davon?“ stellte Gerhard Weber, Leiter der Zentralabteilung des Landratsamts, das Monitoring in Frage. „Daraus wollen wir erkennen, in welchem Bereich man am meisten erreichen kann“, konterte Ludwig Krispenz (Grüne). Doch genau dieses Argument ließ Weber nicht gelten. „Es gibt Schwachpunkte bei so einem Monitoring“, so Weber. Zum Beispiel würde das Landratsamt ganz einfach die Zahl der zugelassenen Autos im Landkreis von der Zulassungsstelle bekommen. Doch die CO2-Bilanz müsste dann mit einem Durchschnittswert multipliziert werden. Wie also der wahre CO2-Ausstoß im Landkreis aussieht, könne diese Datenerhebung nicht zeigen, erläuterte Weber. „Allein der Fakt, dass ich ein Auto zulasse, heißt ja nicht gleich, dass ich es benutze.“ Dass der Landkreis „fürs gleiche Geld ein wesentlich ausführlicheres Konzept“ bekommen hätte, so Krispenz, dessen waren sich alle Beteiligten einig. Doch Krispenz betonte den Vorteil eines Monitoring: „Wenn wir sehen, dass der Verkehr besonders stark belastet, können wir daraus Handlungsfelder erarbeiten.“

Am morgigen Freitag wird der Kreisausschuss noch einmal über die beiden Themen beraten.

(np)

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