„Warum recht man die Hügel nicht einfach weg?“ Gertrud und Sieghard Weis ärgern sich über die Maulwurfshügel auf dem Waldfriedhof. foto: ans

Der unordentliche Waldfriedhof

Dachau - Seit diesem Jahr muss das Ehepaar Weis fast das Doppelte für ihre Gräber zahlen. Trotzdem tut die Stadtgärtnerei dort ihrer Meinung nach zu wenig.

Gertrud und Sieghard Weis haben es satt: „Seit Herbst wird hier einfach nichts mehr gemacht“, beanstandet der Dachauer Sieghard Weis (74) und betont: „Auf dem Friedhof muss es einfach sauber sein.“ Gemeinsam ist das Ehepaar Weis auf dem Weg zum Grab des Sohnes und marschiert an Dutzenden Maulwurfshügeln und Laubhaufen vorbei: „Es tut mir einfach weh, das zu sehen. Ich finde das furchtbar“, sagt Gertrud Weis (75) und zeigt auf die rund 30 schwarzen Hügel an einer offenbar besonders beliebten Fläche für die Maulwürfe: „Warum recht man die Hügel nicht einfach weg?“, fragt sich die Dachauerin.

Mit ihrem Anliegen haben sich Gertrud und Sieghard Weis im November vergangenen Jahres auch schon an OB Florian Hartmann gewandt. Aber auch danach wurden das Laub und die Maulwurfshügel auf dem Waldfriedhof nicht weniger.

Auf die erneute Nachfrage erklärt Oberbürgermeister Hartmann das Maulwurfproblem: „Es ist wie beim Biber - es sind einfach geschützte Tiere.“ Deswegen könnten die Stadtgärtner die Maulwürfe nicht einfach „mit Dynamit raussprengen“. Auch das Wegrechen der Maulwurfshügel bringe auf lange Zeit wenig, denn : „Der Maulwurf kommt ja gleich wieder, den können’s nur ausräuchern“ - aber das ist wiederum verboten.

Aber noch mehr ärgert die zwei Rentner das viele Laub auf dem Waldfriedhof: „Es ist einfach über den ganzen Friedhof verteilt, wie eine richtige Laubwüste“, kritisiert Sieghard Weis. Viele Gräber seien zwar laubfrei, aber das sei auch der Verdienst der Angehörigen, die das Laub selbst weg rechen.

OB Hartmann betont wiederum, dass die meisten Kosten für die Rasenpflege und die Beseitigung des Laubes am Waldfriedhof entstehen: „Natürlich liegt auch einmal ein Laubhaufen herum. Wir müssten sonst jeden Tag räumen, wenn der Wind ein bisschen bläst und Laub runterfällt.“ Außerdem gehe es nicht um einen städtischen Park, sondern um einen „Waldfriedhof“, wo eben auch einmal ein bisschen Laub herumliege.

„Ich sehe es eigentlich nicht ein, dass ich das Laub selbst wegtrage“, sagt Gertrud Weis verärgert. Denn mit 1000 Euro für zehn Jahre haben sich die Gebühren für die zwei Gräber des Ehepaares heuer fast verdoppelt, zuvor hatte das Ehepaar nur rund 650 Euro gezahlt. Außerdem verweist Sieghard Weis auf andere Gottesäcker in München: „Da sind die Friedhöfe besser gepflegt und die Gebühren deutlich günstiger.“

(ans)

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