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Im Weizenfeld: Kreisbäuerin Emmi Westermeier und Obmann Anton Kreitmair (l.) werfen einen kritischen Blick auf den Weizen im Dachauer Land. Auf dem Betrieb von Ackerbau-Landwirt Stefan Pabst (Mitte) fand die Erntepressefahrt statt. Mit im Bild: Nikolaus Bachinger (Abteilungsleiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) und der Sohn des Betriebsleiters, Michael Pabst.

Dachauer Bauern erwarten durchwachsene Ernte

Beim Weizen schrillen die Alarmglocken

Dachau - Goldgelb leuchtet der Weizen im Dachauer Land, hoch steht das Getreide auf den Feldern. Doch der Schein trügt. Die Landwirte erwarten für 2016 eine recht durchwachsene Ernte: „mit zwar auf den ersten Blick schönen Beständen, aber wohl nur geringen Erträgen“, sagte Kreisobmann Anton Kreitmair.

Auch wenn das Getreide hoch- und halbwegs gut dasteht: Die Preise, die die Landwirte derzeit für den Weizen erzielen können, sind nach wie vor im Keller. Das sagten Kreisobmann Anton Kreitmair und Kreisbäuerin Emmi Westermair bei der Erntepressefahrt, die zum Ackerbaubetrieb der Familie Pabst in Mitterwiedenhof bei Vierkirchen führte. 

Drei Getreiderekordernten in Folge sorgen für Niedrigpreise auf dem Weltmarkt. Kein Wunder also, dass sich die Landwirte nach anderen Einnahmequellen umschauen: Landwirt Stefan Pabst aus Vierkirchen baut seit fünf Jahren Speisewiebeln an – mittlerweile auf 28 Hektar seiner Ackerbaufläche, die insgesamt 170 Hektar umfasst. Den Betrieb führt er in der vierten Generation. Vor 25 Jahren hat er ihn von den Eltern übernommen, die Hofnachfolge ist mit den Söhnen Michael und Tobias gesichert. 

Die Zwiebeln, die die Familie Pabst vermarktet, sind für den Betrieb eine halbwegs sichere Einkommensquelle: Abseits vom Futtermittelmarkt oder davon, was sie mit der Kartoffelernte heuer einfahren werden. 

„In manchen Teilen des Landkreises trügt der schöne Schein der Bestände“, mahnt Obmann Kreitmair. Schon die Ernten von Gerste und Raps hätten besser sein können, problematisch sind derzeit insbesondere die niedrigen Weltmarktpreise für Getreide. Auch die Landwirte im Dachauer Land sind letztlich „global Players“, die sich weltweit behaupten müssten. 

Rund zwei Drittel der Wintergerste sind bereits eingefahren, als nächstes stehen Sommergerste und Weizen an. Und beim Weizen schrillen bei den Bauern derzeit die Alarmglocken: Bei den Ähren der frühen Sorten schaut es nicht gut aus, man hoffe auf bessere Erträge bei den späteren Aussaaten. Der viele Regen im Frühjahr brachte hohen Krankheitsdruck mit sich, viele Ähren bildeten Schrumpfkörner und damit steht unterm Strich: weniger Ertrag bei eh schon schlechtem Preisniveau. 

„Die erste Ernte des Backweizens war enttäuschend“, bestätigt Stefan Pabst, der pro Hektar ein Minus von rund 30 Prozent einfuhr. Hinsichtlich der Preissituation meinte Kreitmair: „Die Talsohle ist erreicht, jetzt muss es wieder aufwärts gehen, sonst können die Betriebe nicht kostendeckend arbeiten.“ Derzeit erhalten die Landwirte für den Doppelzentner Weizen rund 14 Euro. „Um ein Paar EM-Fußballschuhe zu kaufen, müsste ein Landwirt derzeit knapp 1500 Kilo Weizen am Markt verkaufen – ob dieses Verhältnis noch passt, soll jeder für sich selbst beurteilen“, rechnete Kreitmair vor. 

Nikolaus Bachinger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten betonte: „In Zeiten des Klimawandels müssen die Landwirte ihr Augenmerk auch auf den Mais legen.“ Denn: Diese Mähdruschfrucht mag es gern warm und schwül und freut sich nebenher auch noch über reichlich Niederschläge. „Mais ist eine prädestinierte Pflanze für die Zukunft“, betonte der AELF-Mitarbeiter.

Angi Kiener

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