+
Weiß-blaues Elend: Am 26. Dezember 1999 knickte der Orkan Lothar den Maibaum am Unteren Markt ab. Die Feuerwehr musste die Überreste, die bis in die Münchner Straße hinein ragten, entfernen.  

Die Dachauer Feuerwehr wird den Baum aufstellen

Endlich wieder ein Maibaum in Dachau

Endlich! Nach über einem Jahrzehnt gibt es wieder einen Maibaum am Unteren Markt in Dachau. Und zwar dank der Dachauer Feuerwehrler: Diese starken Mannsbilder werden das Aufstellen nun übernehmen.

Dachau Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte sich der Kulturausschuss dem Thema Maibaum angenommen. Das Aufstellen hätte die Stadt 37 000 Euro gekostet, war damals errechnet worden. Zu viel: Das Projekt wurde verschoben.

„Die Summe war wirklich sehr hoch angesetzt“, sagt der Volksfestreferent und Freie-Wähler-Stadtrat Robert Gasteiger. Seine Partei hatte zusammen mit der CSU vor knapp zwei Jahren einen Antrag gestellt, dass die Tradition des Maibaumaufstellens im Dachauer Stadtgebiet wieder finanziell unterstützt werden soll. Also befragte das Kulturamt die großen Dachauer Vereine, ob Interesse bestehe. Und letztlich erklärte sich die Dachauer Feuerwehr bereit, mit der Muskelkraft ihrer g’standenen Mannsbilder den Baum aufzustellen.

Doch alleine 12 000 Euro hätte es nach dem ursprünglichen Plan schon kosten sollen, den Baum zu schlagen, zu schälen und zu lagern. „Das ist für einen Baum eine immense Summe“, findet Gasteiger, Referent fürs Brauchtum. Doch nun wird auch das billiger, da die Feuerwehr nicht nur das Aufstellen, sondern auch das Schlagen übernehmen will, berichtet Gasteiger: „Es wird jetzt wohl ein Baum aus dem Stadtwald werden, und der gehört uns ja schon.“ Die Feuerwehr wird mit einem Zuschuss von 500 Euro unterstützt, wie der Kulturausschuss beschloss, „nur das Restaurieren der Schilder muss von uns übernommen werden“ so Gasteiger.

Doch auch hier gibt es ein günstigeres Angebot. Der Dachauer Künstler Christian Maria Huber restauriert die Schilder für etwa 10 000 Euro – ein deutlicher Unterschied zu den im Oktober veranschlagten 17 000 Euro. Trotzdem: „Dass das Herrichten der Schilder so viel kostet, liegt auch daran, dass sie beim letzten Aufstellen einiges abbekommen haben“, weiß Gasteiger. Denn nach dem letzten Aufstellen am Unteren Markt im Jahr 2004 war der Orkan Gerda durch Dachau gefegt, so dass im blau-weißen Rundholz starke Risse zurück blieben. Die Folge: Die Stadt musste den Maibaum per Kran in die Horizontale befördern. Dieser Vorfall sowie die Geschehnisse im Jahr 1999, als der Orkan Lothar den Dachauer Maibaum einfach umblies, waren Gründe dafür, dass die Stadt entschied, aus Sicherheitsgründen auf einen Maibaum zu verzichten.

Doch dieses Jahr soll alles anders werden. „Wir freuen uns, den Maibaum mit Muskelkraft wieder aufstellen zu dürfen“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Feuerwehrvereins Sebastian Fritsch. Der Kran steht lediglich zur Sicherheit parat. „Aufgestellt werden muss er per Hand, das gehört zum Brauchtum.“ Auch die Bedenken von OB Florian Hartmann, dass die Feuerwehr den Baum womöglich nur auf dem eigenen Gelände platzieren möchte, waren unbegründet. „Wir haben uns eh überlegt, dieses Jahr mal wieder einen Maibaum aufzustellen. Das jetzt am Unteren Markt zu machen, ist ja noch viel schöner“, so Fritsch. Denn: „Sonst wäre es nur ein internes Feuerwehrfest.“

Wie viele Männer gebraucht werden, um den knapp 24 Meter hohen Baum aufzustellen, weiß Fritsch noch nicht. „Wir werden das schon stemmen. 40 bis 50 Mann brauchen wir aber mit Sicherheit.“ Dass die Feuerwehr beim Fällen des Baumes mit 500 Euro auskommt, liegt daran, „dass wir als Verein alles ehrenamtlich machen“. Die Feuerwehrler sind auch gut ausgebildet: „Wir haben ja genug Handwerker“, so Fritsch.

Die Stadt trägt die Kosten für Genehmigungen, Absperrungen und Beschilderungen und kümmert sich um die regelmäßigen Kontrollen des Maibaums. Das haben die Mitglieder des Kulturausschusses nun beschlossen.

(reg)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wohnhaus abermals abgelehnt
Die 11. Kammer des Bayerischen Verwaltungsgerichts hat entschieden: Es wird kein neues Wohnhaus in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Wachturm der KZ-Gedenkstätte …
Wohnhaus abermals abgelehnt
Die App „Dahoam in Dachau“
Seit September ist die App „Dahoam in Dachau“ auf dem Markt. Verantwortlich dafür ist Kirsten Hermes (38), die in Dachau den Schmuck- und Uhrenladen Non Plus Ultra …
Die App „Dahoam in Dachau“
Unfall mit drei Lkw und drei Autos
Nach der Ausfahrt der Autobahnanschlussstelle Dachau/Fürstenfeldbruck ereignete sich heute früh auf der B 471 ein Unfall, bei dem drei Lkw und drei Autos beteiligt waren
Unfall mit drei Lkw und drei Autos
Digitalisierung Chance oder Gefahr?
Gestern hat die Diva ihre Pforten eröffnet. Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. Bei einer Podiumsdiskussion zeichnete der Wirtschaftsförderer der …
Digitalisierung Chance oder Gefahr?

Kommentare