„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“: Forum-Vorsitzender Anton Jais mit Petra Wetzstein, Annerose Stanglmayr und Gaby Haszprunar (von links).

Forum erhöht Kursgebühren um 10 Prozent

Die Kosten steigen

Dachau - Bei der Mitgliederversammlung des Dachauer Forums waren eine stringente und durchgängige Gebührenerhöhung, die Flüchtlingsproblematik und ein neuer Jahresschwerpunkt zentrale Themen.

Für die Mitglieder war die Entscheidung zu einer Gebührenerhöhung beim Dachauer Forum eindeutig. Sie beschlossen einstimmig eine Gebührenerhöhung von 10 Prozent für alle Kurse.

Geschäftsführerin Annerose Stanglmayr erläuterte die angespannte Haushaltslage, die die Erhöhung notwendig mache: „Wir haben die letzten zehn Jahre das Dachauer Forum im zentralen Programm immer weiter ausgebaut und dabei wichtige gesellschaftliche Bedürfnisse aufgegriffen.“

Ausgebaut worden seien unter anderem die Geschichtswerkstatt, das Gedächtnisbuch, Bibelwalking, Entdeckungsreisen für Familien, Seniorenstudium, Kunst-Sommer-Akademie und nun zuletzt auch das Thema Bildung und Flüchtlinge. Dieser Aufbau sei jedoch auf die Dauer ohne zusätzliches Personal und weiteren Ressourcenausbau bezüglich EDV und Räumlichkeiten nicht machbar.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte der Vorsitzende Anton Jais. Wichtig sei, dass das Forum eine Sozialklausel habe, eine Ermäßigung auf Nachfrage. „Und im Vergleich zu anderen Bildungsanbietern haben wir immer noch sozial verträgliche Preise“, versicherte Jais.

Ein zentraler Punkt der Mitgliederversammlung war auch das Thema Flüchtlinge und Asyl. Bettina Nickel, stellvertretende Leiterin des Katholischen Büros Bayern, stellte heraus, dass viele Ängste in der Bevölkerung, die durch Fernsehbilder entständen, unbegründet seien.

Sie argumentierte zum Beispiel, dass das Land, aus dem heute die meisten Menschen fliehen, Syrien sei – die Wiege der Christenheit. Ein Viertel der in Deutschland angekommenen Flüchtlinge seien christlichen Glaubens. Die geschätzten 700 000 Muslime, die nach Deutschland fliehen, kämen zu den bereits hier lebenden 5,4 Millionen Menschen muslimischen Glaubens dazu.

Mitglieder und Hauptausschuss des Forums betonten, dass für die Flüchtlinge so viel wie möglich getan werden solle. Die Unterstützung der Helferkreise in Form von Fortbildungen, Begleitung, Deutschkursen für die Flüchtlinge und der Stärkung der Eigeninitiative soll im Dachauer Forum weiter ausgebaut werden.

Zudem wurde ein neuer Jahresschwerpunkt ausgewählt: die Anwendung von „Laudato Si’“, der Sozial- und Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Motive für die Auswahl seien unter anderem die Förderung von Fairness und die Bewahrung von Vielfalt, betonten Peter Heimann, Theologe im Dachauer Forum, und Sascha Rotschiller, der stellvertretende Direktor der Katholischen Landvolkshochschule und Mitglied im Hauptausschuss.

Beim Jahresrückblick wurde aufgezeigt, dass das Dachauer Forum 2015 über 2600 Veranstaltungen mit insgesamt ca. 9500 Unterrichtseinheiten ausrichtete. Es erreichte damit über 56 000 Teilnehmer. Das Forum hat 57 Mitglieder, darunter Pfarreien und andere Einrichtungen.

lan

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