Der Dachauer Maximilian Wittmann will einmal ein großer Jazz-Trompeter werden

Dachau - Miles Davies und Clifford Brown sind seine großen Vorbilder. Auch Maximilian Wittmann aus Dachau will einmal ein großer Jazz-Trompeter werden. Der 19-jährige JEG-Schüler hat auch das Zeug dazu.

Wenn seine Freunde sich am Nachmittag treffen oder einfach „chillen“, sitzt Maximilian Wittmann in der Vorlesung oder übt auf der Trompete oder dem Klavier. Der 19-jährige Abiturient ist Schüler des letzten Leistungskurses Musik am Josef-Effner-Gymnasium. Nebenbei besucht er als Jungstudent die Münchner Hochschule für Musik und Theater. Die Musik begleitet ihn täglich. Das Ziel ist klar: Maximilian möchte Berufsmusiker werden.

Mit dem Musizieren hat er angefangen, als er zehn war. Zuerst in der Knabenkapelle Dachau bei Wolfgang Grünbauer für ein Jahr, danach in Jörg Hartls Talentschmiede. Der agile Bandleader und Gründer der KKD-Bigband weckte die Begeisterung seiner Schüler für den Jazz.

Nach bestandenem Begabungsnachweis und Eignungstest machte Maximilian den nächsten großen Schritt: Seit dem Wintersemester 2008 ist er einer von 50 Jungstudenten an der Musikhochschule. Die Vorlesungen über Theorie, Harmonielehre und Gehörbildung finden im zweiwöchigen Turnus am Samstagvormittag statt. Mittwochs ist Hauptfachunterricht bei Prof. Claus Reichstaller, das heißt Maximilian lernt noch besser Trompete zu spielen, als er es bisher schon kann. Sein Repertoire reicht von der barocken Hymne bis zum Freejazz. Daneben erhält er bei Martina Bauer Klavierunterricht. Insgesamt übt er bis zu sechs Stunden am Tag.

Maximilian empfindet Schule und Studium nicht als Doppelbelastung. „Die Musik ist meine Freizeit und macht mir großen Spaß“, sagt er. Seit seinem 14. Lebensjahr spielt er im Landesjugend-Jazzorchester Bayern und seit er Jungstudent ist in der Bigband der Musikhochschule. Der 19-Jährige istaußerdem wichtiges Mitglied der Dachauer Band Orange Fizz und wesentlicher Bestandteil im musikalischen Leben am Gymnasium. Er organisierte das letzte Leistungskurskonzert und übernahm auch die Moderation.

Oft nimmt er „Aushilfsjobs“ in Münchner Bigbands wahr - „wenn Not am Mann ist“, grinst der charmante Sonnyboy. Wenn er alles zusammenzählt, kommt er auf 13 verschiedene Bands - „allerdings nur in Spitzenzeiten“, wie er einschränkt. Auch mit Mitschülern tritt er in verschiedensten Formationen auf. Für Band-Auftritte reiste er schon in die Schweiz, nach Österreich und Tschechien.

Bei den vielen Auftritten die Schule nicht zu vernachlässigen, gelingt ihm bisher ganz gut. Dank eiserner Disziplin. „Nachmittags lernen, abends proben“, bringt er seinen Tagesablauf trocken auf den Punkt. Im Leistungskurs Musik erzielt er sowieso mühelos die höchste Punktzahl. Und Mathe, sein zweites Leistungskursfach, kann man sowieso nicht erlernen, sondern muss man kapieren. ie Frage, ob da noch Platz für eine Freundin ist, lässt Maximilian unbeantwortet. Stattdessen sagt er: „Man muss wissen, was man will.“

Wenn Maximilian vor Publikum spielt, scheint ihn eine unsichtbare Kraft zu durchströmen - er strahlt aus, was man bei Vollblutmusikern spürt: die völlige Hingabe an die Musik. Dabei wurde Maximilian die Musikalität nicht in die Wiege gelegt. Die Eltern Doris und Hans Wittmann musizieren beide nicht, stehen aber in punkto Berufswunsch voll hinter ihrem Sohn. Mit dem Abitur, das Maximilian im Mai schreibt, endet das Jungstudium nach sechs Semestern. Dann steht ihm die Aufnahmeprüfung fürs Studienfach Jazz-Trompete bevor - und die Welt offen.

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