Begehrte Gesprächspartner waren die Scheichs der V.A.E.

Dachauer Politikhoffnung fand Glück in der Wirtschaft

Dachau - Eigentlich sollte er das Dachauer Gesicht in der Politik werden. Doch dann beschritt er den Weg in die Wirtschaft: Dieter Würl wird heute 70 Jahre alt.

Er war einer der aufstrebenden jungen Männer in der CSU, u.a. Vorsitzender der Jungen Union (Nachfolger von Dr. Manfred Probst und Vorgänger von Peter Bürgel). Doch dann verließ er die vorgegebenen politischen Pfade und beschritt den Weg in die Wirtschaft - über MAN, Ifo-Institut, Bayerisches Wirtschaftsministerium, um dann eine Idee umzusetzen und als Gründungsgeschäftsführer der Bayerischen Außenwirtschaftsgründungsgesellschaft weiß-blaue Firmen im Ausland zu unterstützen, etwa bei Messen oder beim Besuch von Delegationen. Bis Februar 2006 war Dieter Würl deshalb kaum noch in Dachau, sondern in der ganzen Welt, vor allem aber im asiatischen Raum, speziell in Indien. Und auch an seinem heutigen 70. Geburtstag hält es Dieter Würl so. Er ist mit Ehefrau Lony (verheiratet seit 1969, eine Tochter, ein Sohn, vier Enkelkinder) privat in Indien. „Meine Frau musste all die Jahre so viel allein in Dachau sein, jetzt will ich ihr meine Freunde in Indien zeigen“, sagt der Jubilar.

Die Politik hat er längst abgehakt, auch wenn er sie noch immer intensiv verfolgt. Kritik möchte er nicht üben („Obwohl es da einiges gäbe, aber da bin ich einfach draußen.“), aber ein Lob loswerden. „Die Kulturpolitik, die OB Peter Bürgel und Kulturamtsleiter Tobias Schneider machen, verdient Anerkennung. Das ist für diese Stadt belebend.“ Künftig, wenn es vielleicht ein wenig ruhiger wird (Würl betreibt jetzt noch eine kleine Firma, die andere Firmen berät), will er das Kulturangebot in Dachau auch häufig nützen - und wieder mehr beim ASV zu sehen sein. „Der ASV Dachau und 1860 München, das sind meine beiden Vereine seit Kindesbeinen.“

Geboren ist Dieter Würl am 28. Januar 1941 in Bunzlau in Niederschlesien, kam aber 1945 schon nach Bayern, nach Tandern, drei Jahre später nach Dachau, wo er die evangelische Volksschule auf der Thomawiese und die Ludwigs-Oberrealschule (das heutige Taschner-Gymnasium) besuchte, um dann Betriebswirtschaft und politische Wissenschaften zu studieren.

Familie, Berge, Kultur und Sport prägten das Leben des Jubilars, aber auch das soziale Engagement stand bei Würl ganz oben, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Rette ein Kinderherz“. 50 Kinder aus Palästina wurden entweder in München oder in Tel Aviv operiert, die mit angeborenen Herzfehlern auf die Welt gekommen sind.

Kurt Göttler

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