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Storm-Trooper alias Benjamin Lange hat in Dachau für Furore gesorgt.

Verdächtiger flüchtet in Lichtgeschwindigkeit

Polizei jagt Star-Wars-Krieger 

Dachau - Drei Streifen der Polizeiinspektion Dachau haben verzweifelt am Mittwochabend einen Mann mit einer Star-Wars-Maske gesucht. Am Dienstagmorgen stand der Mann plötzlich in der Redaktion der Dachauer Nachrichten.

Benjamin Lange hat dafür gesorgt, dass Wirte, Kinder und Passanten am Mittwochabend glaubten, eine Begegnung mit Außerirdischen zu haben. Der 34-Jährige wollte nur seine Stars-Wars-Maske für den Fasching testen und sorgte damit in Dachau-Ost für reichlich Verwirrung. Auch die Polizei war ihm mit drei Streifen auf den Fersen.

Benjamin Lange ist ein glühender Star-Wars-Fan. Als das bestellte Paket aus den USA ankam, war das für den 34-jährigen Kaufmann quasi ein Geschenk des Himmels. Im Karton befand sich ein komplettes Storm-Trooper-Kostüm. In dem Helden-Epos von Regisseur George Lucas fungieren die Storm Trooper als Soldaten des Galaktischen Imperiums. Beeindruckende Gestalten. Schnurstracks schnappte sich Lange am Mittwochabend gegen 21 Uhr den schneeweißen Helm, der ein bisschen so aussieht, wie eine Gasmaske, ging nach draußen und spazierte durch Dachau-Ost. „Ich wollte unbedingt wissen, ob man mit dem Helm im Dunkeln etwas sieht“, sagt Lange, der nicht wusste, dass er wegen seines Aufzugs in ein galaktisches Abenteuer schlitterte. Als Lange nach wenigen Metern an einer Tankstelle vorbeikam, erntete er bereits skeptische Blicke, ein paar Meter weiter erschraken sich Kinder. „Alles eine Sache des Auftretens“, sagt Lange, „ich habe gewunken, da haben die Kinder zurückgewunken.“ Als er hintereinander in eine Shisha-Bar und ein griechisches Lokal in der Sudentenlandstraße ging, begeisterten sich die Gäste jeweils für den außerirdischen Besucher. Stress verursachte der Star-Wars-Krieger hingegen beim Wirt einer weiteren Gaststätte. Irritiert ruft dieser die Polizei. Fortan hatte der wackere Storm Trooper Lange drei Streifen an den Fersen. 

Doch die Polizei entdeckte den Helm-Tester nicht, der mittlerweile zum Ernst-Reuter-Platz weiter gestiefelt war. Hier jedoch wurde es für den Star-Wars-Jünger richtig brenzlig. Zunächst traf Lange auf ein junges Pärchen. „Die haben sich gestritten, und er hat plötzlich zu mir gerufen: is was?“, so Lange, dem plötzlich ein Motorradhelm entgegenfliegt. Ein weiterer böser Passant ging auf Lange zu. Als der 34-Jährige gedankenschnell äußerte, er sei bewaffnet, wurde es dem Passanten mulmig; er ging stiften. Über das Ende des Abenteuers schreibt die Polizei Dachau in ihrem Pressebericht: „Bis zum Eintreffen der Streifen hatten sich sowohl das Pärchen als auch der Außerirdische, vermutlich mit Lichtgeschwindigkeit, entfernt.“ 

Tatsächlich beendete Benjamin Lange seinen nächtlichen Ausflug in aller Ruhe und kehrte in seine Wohnung zurück. „Ich kann ja verstehen, dass die Leute in der heutigen Zeit alle Schiss haben“, sagt Science-Fiction-Anhänger, aber es sei ja bloß ein großer Spaß gewesen. Gestern meldete er sich sich bei der Polizei mit folgenden Worten: „Ich habe gehört, Sie suchen einen Außerirdischen: Das bin ich.“ Die Beamten atmeten auf, denn „für uns ist die Sache nun geklärt“, so Polizeisprecher Björn Scheid. Benjamin Lange muss keine Konsequenzen fürchten. Am Faschingssonntag wird der 34-Jährige mit Freunden als Fußgruppe am Indersdorfer Faschingsumzug teilnehmen; in voller Storm-Trooper-Montur, versteht sich. Er wird den Zuschauern fröhlich zuwinken, damit ja keine Missverständnisse aufkommen.

 Thomas Zimmerly

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