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Elternbefragung im Landkreis „Auswirkung der Corona-Maßnahmen auf Familien“

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Marcos Berdias, Bildungsmonitorer, und Dardan Kolic Bildungsmanager
Marcos Berdias, Bildungsmonitorer (links), und Dardan Kolic Bildungsmanager (rechts), präsentieren Ergebnisse der Befragung „Auswirkung der Corona-Maßnahmen auf Familien“. © pri

In Familien gab es während Corona mehr Streitigkeiten: Es verbrachten 31 Prozent (%) der Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern als vor der Corona-Krise, jedoch gaben 77% der Familien an eine Zunahme von Schimpfen und Schreien, um Streitigkeiten auszutragen, in ihrer Familie zu erleben.

Um einen Einblick in die spezielle Situation im vergangen Kindergarten-/Schuljahr zu bekommen, hat das kommunale Bildungsmanagement im Landkreis eine Elternbefragung durchgeführt. Mit über 1.000 Teilnehmern der zweiwöchigen Umfrage wurden viele neue Erkenntnisse gezogen. Als erster Punkt wurde „Beschäftigungssituation der Eltern“ identifiziert. So gaben über die Hälfte der Befragten an, dass sie mit ihrem Haushaltseinkommen bequem leben könnten, 40% „kamen zurecht“ und 8% berichteten, dass sie nur schwer oder sehr schwer mit ihrem Haushaltseinkommen zurechtkamen. Dies war jedoch je nach Familienzusammensetzung unterschiedlich: 22% der Eltern, bei denen der Partner nicht im Haushalt lebte und 33% der Alleinerziehenden hatten Schwierigkeiten mit ihrem Einkommen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Befragung waren „die emotionalen Aspekte“ wie Angst, Weinen, Nervosität, Ärger, Traurigkeit und Glück, die gemessen und in Betracht gezogen wurden. Laut Angeben der Eltern hat sich mindestens ein emotionaler Aspekt bei 70% der Kinder verschlechtert. Beispielhaft: Ablenkbar/Unkonzentriert (Skala „sehr häufig“ und „häufig“) vor Corona: 11,1%; während Corona: 35,3% Ängste/Furcht (Skala „sehr häufig“ und „häufig“) vor Corona: 4,5%; während Corona: 28,3%. Das Thema „Medienverhalten“ wurde auch im Rahmen der Umfrage erforscht. So gaben 70% der teilnehmenden Eltern an, dass die Nutzung von Fernsehen, YouTube sowie Streamingdiensten bei ihren Kindern während der Corona-Krise deutlich häufiger geworden ist, während 53% der Befragten meinten, dass ihre Kinder deutlich häufiger am Computer, dem Tablet, dem Handy oder einer Spielkonsole spielen.

Die Umfrage im Detail

In der Elternbefragung, die vom 14. September bis zum 28. September durchgeführt wurde, haben 1088 Eltern aus allen 16 Landkreisgemeinden und der großen Kreisstadt Dachau teilgenommen. 45,5% der Kinder der befragten Eltern besuchten eine Kindertageseinrichtung während 55,5% eine Grundschule besuchten. Zwei Dinge standen im Fokus: die Belastung von Eltern und Kindern sowie die Veränderungen im Familienklima; die psychosozialen Veränderungen und das Wohlbefinden der Kinder während dieser Zeit.

Basierend auf der Umfrage werden nun Experten aus den Kindertageseinrichtungen, den Schulen, der schulpsychologischen Beratungsstelle, der Jugendsozialarbeit und weiteren relevanten Stellen im Bildungsbereich die Ergebnissen in der Tiefe analysieren und Bedarfe identifizieren. Alle ausgewerteten, deskriptiven Ergebnisse der Elternbefragung sind auf www.landratsamt-dachau.de/bildungsmanagement ersichtlich. Dort werden alle Angaben auch gesondert für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen dargestellt.

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