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Friedliche Proteste gegen und für die Corona-Maßnahmen im Landkreis Dachau

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Von: Miriam Kohr

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Kerzenschein, Blaulicht und Plakate beherrschten vergangenen Sonntag Indersdorfer Straßen. Zwei Demonstrationszüge machten sich zeitlich versetzt auf den Weg: vom Marktplatz über den Kreisverkehr zum Testzentrum und zurück. Auf einer Seite gingen über 300 Impf- und Impfpflicht-Gegner mit Kerzen und Laternen auf der anderen etwa 100 Impf-Befürworter mit Plakaten und Bannern. 

Demo in Inderdorf
1 / 9Zwei Lager demonstrieren in Indersdorf friedlich nebeneinander © Kohr
Demo in Indersdorf
2 / 9Zwei Lager demonstrieren in Indersdorf friedlich nebeneinander © Kohr
Demo in Indersdorf
3 / 9Zwei Lager demonstrieren in Indersdorf friedlich nebeneinander © Kohr
Demo in Indersdorf
4 / 9Zwei Lager demonstrieren in Indersdorf friedlich nebeneinander © Kohr
Demo in Indersdorf
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Demo in Indersdorf
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Demo in Indersdorf
7 / 9Zwei Lager demonstrieren in Indersdorf friedlich nebeneinander © Kohr
Demo in Indersdorf
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Demo in Indersdorf
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Getroffen haben sie sich beim Kreisverkehr. Während der einstündigen Demonstration kam es, laut stellvertretenden Polizeiinspektions-Leiters Stefan Priller, zu keinerlei Ausschreitungen. 

Wegen demokratiefeindlicher Sticker im Vorfeld und der Sorge, Reichsbürger oder Rechtsradikale könnten sich bei der Kundgebung untermischen, organisierte der Dachauer Thomas Obeser, Mitglied im Vorstand der Jungen Liberalen, die Gegendemonstration. „Friedliche Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in anderen Bundesländern wurden von Corona-Leugnern und Reichsbürgern übernommen“, sagt er und hofft dies hier verhindern zu können. „Wir sind hier aus Solidarität gegenüber der überlasteten Kliniken“, sagte er. Einziger Ausweg aus der Pandemie sei das Impfen, Abstand und Masketragen. Gemeinsam mit Dachauer Jugendverbänden von FDP, Grünen, CSU und SPD lud er unter dem Motto „Dachau Vielfalt“ zur angemeldeten Demo ein. „Kein Platz für Rassismus“ war auf einem großen Banner zu lesen, sowie Schilder mit der Aufschrift zur Impfthematik wie „Impfen rettet Leben“ oder „Impfen schützt alle“.

Ein Indersdorfer an der Spitze des Lichter- und Laternenzuges sagte: „Ich bin hier wegen Liebe, Frieden und Menschlichkeit und weil es schön ist, in der Adventszeit abends mit einem Licht durch die Straßen zu gehen“. Zur Impfdebatte wollte er sich nicht äußern. Auch andere Mitläufer verwiesen auf die adventliche Atmosphäre und darauf, dass der Abend ein schöner Christkindlmarkt-Ersatz sei. Ein Familienvater aus Dachau sagte: „Ich bin kein Corona-Leugner und habe nichts gegen Impfungen, doch ich bin gegen einen Impf-Zwang. Jeder sollte sich frei entscheiden dürfen.“

Kritik von Teilnehmern der Gegendemo gab es vor allem, weil die Demonstranten nur vereinzelt Maske trugen. Vize-Polizeichef Prillers Einschätzung dazu lautete: „Solange sie den Abstand einhalten, müssen sie keine Maske tragen.“ Indersdorfs Bürgermeister Franz Obesser war ebenfalls vor Ort und empfand die Demonstranten als „absolut friedlich und diszipliniert“. Auch habe er und seine Mitarbeiter im Nachgang keine weiteren Sticker oder Schmierereien entdeckt. „Ich selbst bin für das Impfen, doch müssen wir die Sorgen aller, die dagegen oder unsicher sind, ernst nehmen“, sagt er und verweist auch auf die vielen Familien und älteren Demonstrations-Teilnehmer.

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