Sparkasse Dachau
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Ihre Ertragslage beurteilt die Sparkasse in ihrem vorgelegten Geschäftsbericht als „insgesamt zufriedenstellend“.

Ertragslage weiterhin rückläufig

Sparkasse Dachau spürt die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie

Die Sparkasse Dachau hat auch im Jahr 2020 wieder deutlich besser als viele andere bayerische Sparkassen gewirtschaftet und blickt auf „ein positives Geschäftsjahr 2020“ zurück. Dennoch spürte auch sie die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie deutlich.

Das operative Ergebnis der Sparkasse betrug etwa 28 Millionen Euro, im Vorjahr hatte es, auch aufgrund eines einmaligen Bewertungssondereffekts, noch etwa 46 Millionen Euro betragen. Damit erwirtschaftete die Sparkasse Dachau eine Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, von 0,26 Prozent (%) (Vorjahr 0,53 %). Ihre Ertragslage beurteilt die Sparkasse in ihrem vor kurzem vorgelegten Geschäftsbericht deswegen als „insgesamt zufriedenstellend“. Die Sparkassen-Vorstände Hermann Krenn und Thomas Schmid berichten gemeinsam mit Landrat Stefan Löwl, der Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Dachau ist, im Geschäftsbericht zwar von einem relativ starken Anstieg der Bilanzsumme ihrer Bank. Diese betrug zum Ende des Jahres 2020 4,06 Milliarden Euro und wuchs damit um 486 Millionen Euro (+ 13,6 %) im Vergleich zum Vorjahr. Zurückzuführen sei dieser starke Anstieg der Bilanzsumme auf eine Zunahme der Kundeneinlagen und der ausgereichten Kredite. Jedoch sei der Zinsüberschuss, der immer noch die größte Ertragsquelle im Geschäft der Sparkasse darstelle, wieder rückläufig gewesen, dieser verringerte sich um 1,2 Millionen Euro auf 59,6 Millionen Euro. Als Ursache führen Vorstand und Verwaltungsratsvorsitzender „die seit Jahren anhaltende Null, beziehungsweise Negativzinspolitik, welche sich im vergangenen Jahr insbesondere auf das Kundenkreditgeschäft und teilweise auf das zinsbedingte Eigengeschäft der Sparkasse niedergeschlagen hat“, an.

Zusätzlich seien die laufenden Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie aus Beteiligungen durch die Covid-19-Pandemie belastet worden. Diese Rückgänge konnten nur zu einem Teil durch die Verringerung von Zinsaufwendungen, vor allem im Bereich der Spareinlagen, kompensiert werden. Jedoch konnte die Sparkasse Dachau ihren Provisionsüberschuss im Jahr 2020 erhöhen, er lag bei 23, 4 Millionen Euro. Provisionen erhält die Sparkasse unter anderem für die Vermittlung von Immobilien, Versicherungen, Bausparverträge, Investmentfonds und Kredite. Mehr als fünf Millionen Euro erlöste die Sparkasse Dachau mit der Vermietung nicht selbst genutzter Immobilien.

Während der Corona-Krise reduzierte die Sparkasse ihre Personalkosten um 45.000 Euro auf 30,3 Millionen Euro. Die anderen Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich im Wesentlichen aufgrund gestiegener Gebäudeaufwendungen (unter anderem die Renovierung der Hauptstelle) um 272.000 Euro auf 16,3 Millionen Euro. Mehr als 8,5 Millionen Euro Wertberichtigungen musste die Sparkasse Dachau im letzten Jahr vor allem für notleidende Kredite bilden. Die Sparkasse führt den erhöhten Wertberichtigungsbedarf auch auf die Folgen der Coronapandemie zurück.

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der andauernden Niedrigzinsphase rechnet die Sparkasse Dachau mit einer weiterhin „rückläufigen Ertragslage“. Ursächlich sei unter anderem ein weiterer Rückgang der Zinsspanne.

Die Sparkasse geht aber davon aus, dass sie im Jahr 2021 ihren Provisionsüberschuss weiter erhöhen kann. Tariflichen Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse wollen Vorstand und Verwaltungsrat der Sparkasse „Personalabbaumaßnahmen“ gegenüberstellen, um weitgehende Konstanz bei den Personalkosten erreichen zu können. Die Produktivität in der Sparkasse solle weiter erhöht werden, so Krenn, Schmid und Löwl.

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