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Straßenkreuze als Ort der Trauer

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Straßenkreuz an  der Theodor-Heuss-Straße
An der Theodor-Heuss-Straße kam vor zehn Jahren eine 14jährige Schülerin ums Leben © Hölzle

 Sie erinnern meist an Verkehrsunfälle, bei denen ein Mensch gestorben ist: Straßenkreuze oder auch Unfallkreuze. Häufig sind sie mit Namen und Datum versehen, mit einem Foto und einer Kerze. Und hin und wieder liegen dort auch frische Blumen.

 Straßenkreuze, wie das in der Theodor-Heuss-Straße (Foto), sind nach Ansicht von Psychologen ein wichtiger Ort der Trauerbewältigung für die Hinterbliebenen. An der Kreuzung zur Sudetenlandstraße ist 2011 eine 14-jährige Schülerin tödlich verunglückt. Für die Straßenmeisterei Dachau sind die Kreuze kein einfaches Thema: Sie sind Gedenkort für einen Verstorbenen, aber gleichzeitig auch eine Gefahr für den Straßenverkehr.

Juristisch handele es sich bei Straßenkreuzen um eine „Sondernutzung am Straßenrand“. In der Regel würden die Gedenksymbole aus Pietätsgründen und aus Rücksicht gegenüber den Hinterbliebenen genehmigt. Dies geschieht in Absprache mit der für die Straße zuständigen Behörde. Im Landkreis Dachau ist dies das Staatliche Bauamt Freising. Voraussetzung ist allerdings, dass die Gedenkstätten den Verkehr nicht behindern, Autofahrer nicht ablenken, keine Schilder verdecken und die Sicht nicht beeinträchtigen. Wo genau das Kreuz aufgestellt werden kann, das ergibt sich, laut des Staatlichen Bauamtes Freising, in einem Gespräch zwischen den Hinterbliebenen und der Straßenmeisterei.

Allerdings sollten die Angehörigen den Grundstückseigentümer um Erlaubnis bitten. Ein weiterer, praktischer Grund spreche gegen einen Standort direkt neben der Straße: Im Winter kann es durch den von der Straße weggeräumten Schnee, im Sommer durch Mähgeräte zerstört werden. Nicht möglich seien massive Gedenkkreuze aus Metall oder Stein oder mit einem festen Fundament. Dagegen sprächen Sicherheitsgründe. Wird eine Straße verbreitert oder ein Radweg gebaut, erhalten die Angehörigen Post vom Staatlichen Bauamt, wenn sie offiziell eine Genehmigung für das Kreuz erhalten haben. Die Angehörigen werden dann gebeten, das Kreuz vorübergehend abzubauen oder zu versetzen. Ist nicht bekannt, wer das Kreuz aufgestellt hat, wird es versetzt oder in einer Straßenmeisterei eingelagert und auf Nachfrage wieder herausgegeben.

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