CSU Dachau am Wahltag
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Versteinerte Gesichter bei der CSU

Siegerin Katrin Staffler verlor 5,62 Prozent

Am Abend der Bundestagswahl gab einige Gewinner, die irgendwie zugleich auch Verlierer waren. Katrin Staffler (CSU) verteidigte ihren Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau als Erstimmenkandidaten mit 98,02 Prozent (%) der Stimmen.

Im Landkreis Dachau fuhr die Amtsinhaberin sogar mit 39,6 % ein besseres Ergebnis ein. Auf Platz zwei kam mit knapp über der Hälfte von Stafflers Stimmen Michael Schrodi von der SPD. Er erhielt 19,25 % der Erststimmen, im Landkreis Dachau schaffte er mit 17,6 % der Erststimmen nicht einmal die Hälfte von Staffler. Abgeschlagen auf Rang drei landete die dritte der bisherigen Bundestagsabgeordneten Beate Walter-Rosenheimer von Bündnis 90/Die Grünen mit 13,26 % der Erststimmen im gesamten Wahlkreis und nur 12,1 % im Landkreis Dachau. Damit wird sie dem Deutschen Bundestag nicht mehr angehören. Grund dafür, dass sie seit rund neun Jahren nicht mehr dabei sein wird, ist, dass sie keinen guten Listenplatz auf der Landesliste hatte.

2017 hatte Walter-Rosenheimer bei ihrer zweiten Wiederwahl nur 9,11 % der Erststimmen im gesamten Wahlkreis geholt, also heuer eine deutliche Steigerung um 4,15 %, aber ein Erfolg, der ihr nichts mehr bringt. Ihre besten Erststimmen-Ergebnisse im Landkreis Dachau steuerten Dachau und Haimhausen mit jeweils 14,5 % bei. Dagegen erhielt sie mit 8,8 % in Altomünster am wenigsten.

Staffler konnte sich vom schlechten Trend für die Unionsparteien auf Bundesebene nicht abkoppeln. Sie lag vor vier Jahren bei 43,64 % der Erststimmen im Gesamtwahlkreis, fuhr heuer als Siegerin also trotzdem ein Minus von 5,62 % ein. Ihr bestes Ergebnis im Landkreis mit 51,5 % holte Staffler in der Gemeinde Sulzemoos, das schlechteste bekam sie in Dachau mit 34,3 %.

Michael Schrodi kam vor vier Jahren im gesamten Wahlkreis auf 18,73 %, womit er heuer trotz des großen SPD-Zuwachses im Bund nur ein mageres Plus von 0,52 % verbuchen konnte. Dank seines viel besseren SPD-Listenplatzes genügt ihm das jedoch für den Wiedereinzug in den Bundestag. Schrodis bestes Landkreis-Erststimmen-Ergebnis stammt aus Dachau mit 21,1 %, am schlechtesten schnitt er in Pfaffenhofen an der Glonn mit 11,3 % ab.

Der vierte Sieger 2021 ist Ulrich Bode von der FDP. Er kam im gesamten Wahlkreis auf 8,38 % der Erststimmen und im Landkreis Dachau auf 8,3 %. Vor vier Jahren war Andreas Schwarzer für die FDP in den Ring gestiegen und hatte im Gesamtwahlkreis 7,22 % der Erststimmen geholt, also jetzt ein Plus von 1,16 % für Bode. In den Bundestag zieht er damit jedoch trotzdem nicht ein. Bode holte im Landkreis in der Gemeinde Karlsfeld mit 9,5 % der Erststimmen sein bestes Resultat und mit 6,4 % in Hilgertshausen das schlechteste.

Vor vier Jahren hatte Florian Jäger von der AfD mit 10,22 % im Gesamtwahlkreis sogar den dritten Platz errungen und zog kurz vor der Wahl 2021 als Nachrücker und vierter Abgeordneter aus dem Bundeswahlkreis in den Bundestag ein. Doch mit der Wiederwahl wird es mangels Listenabsicherung nichts. Er erzielte heuer nur 6,83 % der Erststimmen im Gesamtwahlkreis und 7,6 % im Landkreis Dachau. Damit fuhr Jäger ein Minus von 3,92 % im Gesamtwahlkreis ein und ist vom dritten auf den sechsten Platz aller Bewerber zurückgefallen.

Susanne Droht holte für die Freien Wähler 6,84 % im Gesamtwahlkreis (7,2 % im Landkreis Dachau) und schnappte damit Jäger ganz knapp Rang fünf in der Gesamt-Ergebnisliste vor der Nase weg. Florian Jägers bestes Landkreisergebnis erzielte er mit 10,1 % in Odelzhausen, das Schlechteste in Hebertshausen mit 6,2 %. Susanne Droht lag mit 10,2 % in Altomünster am besten und 4,9 % in Karlsfeld am Schlechtesten. Alle übrigen Kandidaten blieben unter fünf Prozent.

Die Grafik des Landratsamtes Dachau zeigt das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl 2021 in unserem Landkreis bei den Erst- (oben) und Zweitstimmen (unten).

Bei den für die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages viel wichtigeren Zweitstimmen ergibt sich im Wahlkreis (Zahlen im Landkreis in Klammern) folgendes Bild: CSU 33,33 % (34,5 %) gegenüber 39,83 % 2017. SPD 16,23 % (15,3 %) nach 13,66 % 2017. Grüne 15,92 % (14,4 %) nach 11,00 % vor vier Jahren. FDP 12,01 % (11,9 %) und 11,59 % 2017. AfD 6,89 % (7,6 %) und 11,55 % vor vier Jahren. FW 6,42 % (7,3 %) und 2,39 % 2017.

Ein weiterer Sieger der Bundestagswahlen 2021 ist sicher die Demokratie mit einer Wahlbeteiligung von 82,5 % der Wahlberechtigten, auch wenn die Wahlbeteiligung gegenüber 2017 nur um 0,32 % stieg.

srd

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