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Die Polizei stellte die Falschheit des Geldes fest. Es handelte sich um sogenannte Napoli-Fälschungen.

Prozess wegen Geldfälschung

Knast für falschen Fünfziger

Mehrere Male hintereinander wollte ein 21-Jähriger Dachauer mit einem falschen 50-Euro-Schein in einem Club zahlen. Jetzt muss er dafür ins Gefängnis.

Dachau – Wegen Geldfälschung musste sich gestern ein 21-jähriger Dachauer vor dem Amtsgericht verantworten. Im November vergangenen Jahres versuchte er in dem Dachauer Club „Nachtschicht“ mit Falschgeld zu bezahlen. Doch der Barkeeper wurde misstrauisch.

Wie kam die Geldfälschung auf?

Denn an der Bar versuchte der 21-jährige sechsmal hintereinander, jeweils ein Getränk, mit einem 50-Euro-Schein zu bezahlen. Und fragte den Barkeeper zudem, ob er ihm einen Fünfziger für Zigaretten wechseln könne. Der Barkeeper traute dem Ganzen nicht und rief die Polizei, die sowohl die Falschheit des Geldes sowie die DNA des Angeklagten an den Scheinen feststellte.

Der Angeklagte hat mehrere Vorstrafen

Zu diesem Zeitpunkt lag dem Angeklagte bereits eine Bewährungsstrafe auf, wegen zwei Vorfällen aus den Jahren 2014 und 2016. In der Akte des 21-jährigen sind fünf Eintragungen seit 2013: Von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, über Diebstahl, Raub, Unterschlagung und vorsätzliche Körperverletzung bis zu Sachbeschädigung ist dort alles zu finden.

Der türkisch-stämmige Mann wurde in Deutschland geboren, schloss seine Schulausbildung mit dem Quali ab, brachte eine Ausbildung zum Lageristen bei MAN zu Ende und wurde mit einem befristeten Vertrag übernommen. „Aber er handelt manchmal einfach ohne Hirn“, sagte seine Bewährungshelferin. Dazu kommt noch ein Drogen- und Alkohol-Problem.

Der Angeklagte müsse nun endlich zur Verantwortung gezogen werden, darüber waren sich die Beteiligten beim Prozess einig. Der Staatsanwalt sagte: „Es handelt sich hier um einen klassischen Bewährungsversager. Ein Staat, der Geldfälschung nicht sanktioniert ist ein kaputter Staat.“ Zugunsten des Angeklagten wurde bedacht, dass er die Tat gestand und dem Betreiber des Clubs das Geld umgehend zurückzahlte.

Polizist: „Falschgeld ist leicht zu bekommen“

„Es ist davon auszugehen, dass der Angeklagte die Scheine nicht selbst gefälscht hat. Im Darknet ist Falschgeld sehr leicht zu bekommen“, sagte ein Polizeibeamter im Zeugenstand. Bei den Scheinen handelte es sich um Fälschungen der Klasse 50-D-30, auch Napoli-Fälschungen genannt, da sie aus Neapel kommen.

Wie lautet das Urteil?

Die Zeit der Bewährung ist nun auf jeden Fall vorbei, jetzt gibt es die geforderten Konsequenzen: Der 21-jährige wurde gestern zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. 

Von Stefanie Ritter

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