Messerattacke nach Ehe-Martyrium

Dachauerin vorerst auf freiem Fuß

Katarina B. (35, Name geändert) ist vorläufig wieder frei. Am Freitagabend hob das Landgericht München II den Haftbefehl gegen die Apothekenhelferin auf. Die Dachauerin hatte sich wegen einer lebensgefährlichen Messerattacke gegen ihren Mann vor Gericht verantworten müssen.

Ihr Bericht hatte viele Menschen erschüttert. Aufgrund der Schilderung über ihr Ehe- und Familien-Martyrium konnten viele Dachauer die Bluttat nachvollziehen. Dennoch hätte es nicht so weit kommen dürfen.

Katarina B. hatte es im August 2015 nicht mehr ausgehalten. Nach stundenlangem Geschrei ihres alkoholisierten Mannes und dessen Androhungen, sie und ihre Eltern beim nächsten Bosnien-Urlaub umzubringen, dreht sie durch. Sie stach siebenmal auf ihren Mann ein, bis das spritzende Blut sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Sie rief den Notarzt. Der Gatte kam ins Klinikum Dachau und wurde notoperiert. Er überlebte knapp.

Das Landgericht München II verurteilte sie zu zweieinhalb Jahren Haft. Der Vorsitzende Richter Oliver Ottmann versprach noch während der Sitzung, sich im Urteil für eine Halbstrafenregelung stark zu machen. Das würde bedeuten, dass die Mutter von zwei Kindern noch einmal neun Monate Freiheitsstrafe verbüßen muss. Der Richter hob zunächst aber den Haftbefehl auf. Weinend fielen sich die Angeklagte und die Angehörigen in die Arme. 

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und neun Monate Haft gefordert, akzeptierte dann aber das Urteil.

wal

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