Schutz für Wildtiere

Jäger und Landwirte wollen Kitze retten

Ihre Mission: Kitze retten. Jäger und Landwirte im Landkreis Dachau lassen sich so einiges einfallen, um junge Wildtiere zu schützen. Wie: Fliegende Kameras und lärmende Scheuchen.

Viele Landwirte im Landkreis Dachau haben bereits mit der Mahd ihrer Wiesen begonnen. Hier und da sieht man am Abend vorher einen Müllsack an einer Stange flattern, gelegentlich tönen auch merkwürdige Geräusche aus den Wiesen, und manchmal durchstreifen im Morgengrauen Menschen mit Hunden das Gras. Wieso? „Gerade im Mai und Juni sind Wiesen die Kinderstube vieler Wildtierarten“, erklärt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, zweiter Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau. „Diese Tiere müssen vor der Mahd aus den Wiesen vertrieben werden.“

Weil das Thema so wichtig ist, erforschen der Bayerische Jagdverband, wissenschaftliche Institutionen und Landmaschinenhersteller technische Möglichkeiten, Jungwild schnell und zuverlässig in Wiesen zu finden – etwa, wie am vergangenen Wochenende in Prittlbach, mit Wärmebildkameras an Fluggeräten.

Denn am Boden brüten Rebhühner, Fasane, Kiebitze und andere. Junge Hasen hüpfen durch Löwenzahn und Klee hindurch. Und spätestens ab Mitte Mai setzen auch die Rehe ihren Nachwuchs ins hohe Gras. „Solange die Kitze noch nicht fluchtfähig sind, drücken sie sich bei Gefahr an den Boden und setzen auf ihre gute Tarnung“, erklärt Wittmann. „Das kann ihnen zum Verhängnis werden.“ Weil weder Landwirte noch Jäger möchten, dass beim Grasschnitt Tiere verletzt oder gar getötet werden, sprechen sie sich oft ab und durchsuchen vorher die Wiesen. Es gibt aber auch schon technische Lösungen, die es dem Landwirt einfacher machen. Immer bekannter werden zum Beispiel auch elektrische Wildscheuchen, die man am Abend vorher in die Wiese steckt. Sie verbreiten Licht und Lärm, so dass gerade die Rehmütter ihre Jungtiere in der Nacht lieber an einen anderen Ort bringen. Solange die Geräte noch nicht serienreif oder zu teuer sind, bleibt Landwirten und Jägern nur ein Weg: Eine gute Kooperation für die Kitze. Infos gibt unter wildretter.de.

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