Mit einer großen Feier wurde am Samstag das im Stile Hundertwassers renovierte Denkhaus eingeweiht. foto: kra

Dachaus neue Attraktion

Dachau - Seit Samstag ist Dachau um eine Attraktion reicher: Das Denkhaus, renoviert im Sinne von Friedensreich Hundertwasser, wurde eingeweiht. Es dürfte eines der letzten Hundertwasser-Projekte weltweit sein.

Peter Denk feierte am Samstag die Einweihung seines im Stile des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser (1928 - 2000) renovierten Bäckerei-Gebäudes in der Münchner Straße. Mit vielen Gästen, darunter der Landtagsabgeordnete Martin Güll sowie viele Stadtratskollegen Denks aus (fast) allen Fraktionen und einigen bekannten bildenden Künstlern wie Heiko Klohn oder Wolfgang Sand - letzterer schuf die Nikolausfigur, die auf dem Dach des Bauwerks über seine Einwohner wacht.

Arbeiten von Klohn, Florian Marschall und Heinz Eder schmücken das Innere. Eder war es auch, der den bunten Gockel ausbrütete, der vom Flachdach über der Backstube das Geschehen auf der Münchner Straße verfolgt. Der Bauherr dankte in seiner Festansprache Dutzenden von Firmen, die an dem Kunstwerk mitgewirkt hatten. Der verantwortliche Architekt, Heinz M. Springmann, erinnerte sich in seinem Grußwort an die zahlreichen Spaziergänge, die er mit Hundertwasser durch die neuseeländischen Wälder führte (wohin sich der gebürtige Wiener in seinen letzten Lebensjahren zurückgezogen hatte): „Jeder Baum ist anders, kein Mensch ist gleich, jedes Gebäude soll seine Eigenständigkeit“, zitierte der Architekt seinen verstorbenen Freund.

Peter Denk hatte sich seine Pläne von der Hundertwasser-Stiftung absegnen lassen. Springmann ist einer der beiden von der Stiftung akkreditierten Baumeister, die sich an Bauten im Sinne des Wiener Visionärs wagen dürfen. „Dieses Haus in Dachau wird eines der letzten Hundertwasser-Projekte weltweit sein“, kündigte der 62-jährige Südbadener an. Die Dachauer Band „Freddy’s Army“ sorgte für den passenden Sound zur - wetterbedingt - etwas elegischen Stimmung.

Eine kluge Laudatio hielt die Kunsthistorikerin Dr. Bärbel Schäfer; sie erinnerte an die über 160-jährige Geschichte des Gebäudes und lobte den aktuellen Besitzer: „ Er beweist Mut mit diesem städtebaulichen Akzent an einer schwierigen Stelle der Münchner Straße. Im Strom dieser Hauptverkehrsader ist dieses bunte Haus eine fröhliche Geste. Es lädt die Passanten zum Innenhalten und Staunen ein.“ Pfarrer Josef Steindlmüller segnete anschließend das Bau- und Kunstwerk.

Horst Kramer

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