Grün oder Gewerbe?

Debatte um Landschaftsschutzgebiet

Dachau - Der Bauausschuss ist sich immer noch nicht über das Landschaftsschutzgebiet am Tiefen Graben einig. Obwohl die Stadträte den Grünstreifen schon im letzten Jahr genehmigten, führten sie nun wieder eine grundsätzliche Debatte darüber – und lehnten die Forderungen des Bund Naturschutz ab.

Soll die Fläche südlich der Schleißheimer Straße zwischen dem Tiefen Graben und dem Seeber-Gelände in Dachau-Ost nun Gewerbe- oder Landschaftsschutzgebiet werden? Eigentlich ist die Entscheidung für den Grünstreifen zwischen dem Dachauer und Karlsfelder Moos bereits im April letzten Jahres gefallen.

Nun ging es im Bauausschuss aber erneut um die Abgrenzung des Schutzgebietes. Und auf einmal diskutierten die Stadträte wieder grundsätzlich über die Schaffung des Grünstreifens zwischen Augustenfeld und Dachau-Ost.

Der Bund Naturschutz (BN) hatte dem Stadtrat neue Vorschläge für den Zuschnitt vorgelegt: Der BN forderte zum Beispiel, die Reschenbach-Aue und die Flächen westlich der Würm bis zur Theodor-Heuss-Straße mit in das Schutzgebiet aufzunehmen. Außerdem schlug der Verband vor, das Gelände des Entsorgungsbetriebes Fink herauszunehmen. Der geplante Sportpark des TSV 1865 Dachau wiederum soll auch eingegrünt werden.

Doch genau darüber äußerte Volker C. Koch (SPD) seine Bedenken: „Landschaftsschutzgebiet und Sportgelände schließen sich zwar nicht aus, aber die Planung wird schwieriger.“ Auch Claus Weber (FW) war sich nicht ganz sicher, ob der TSV 1865 noch bauen dürfe, wenn dort ein Landschaftsschutzgebiet entstehe: „Rechtssicher ist das nicht“, murmelte er.

Was im Landschaftsschutzgebiet noch erlaubt ist oder nicht, machte auch Wolfgang Moll (parteilos) Sorgen. Denn neben dem geplanten Grünstreifen lägen auch landwirtschaftliche Flächen: „Man muss sich auch überlegen: Was verbau ich den ausgesiedelten Landwirten mit diesem Schutzgebiet?“ Umweltreferentin Sabine Geißler (Bündnis für Dachau) antwortete wiederum sehr enttäuscht: „Wir haben doch schon den Beschluss gefasst, dass das Schutzgebiet kommt?“

Gertrud Schmidt-Podolsky und ihre CSU-Fraktion beharrten wiederum darauf, die Fläche als mögliches Gewerbegebiet zu prüfen. Sie lehnen das Schutzgebiet grundsätzlich ab. Helmut Esch von den Grünen kritisierte: „Die Bürger in Dachau-Ost werden von allen Seiten vom Gewerbe umschlossen. Jetzt soll auch noch das letzte Stück Grün herausgenommen werden. Da stellen wir uns vehement dagegen.“

CSU, Freie Wähler, Bürger für Dachau und Wolfgang Moll (parteilos) stimmten schließlich gegen die Anträge des Bund Naturschutz. Es bleibt aber weiterhin bei dem Beschluss aus 2015 für das Landschaftsschutzgebiet. Aber wie mit dem geplanten Grünstreifen weiter verfahren werde, müsse nun die untere Naturschutzbehörde entscheiden. Den Stadtrat wird das Thema bei dem geplanten Sportpark des TSV und bei der Aussiedlung eines zweiten Landwirts in das Gebiet wohl weiter beschäftigen.

Ans

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