Überwältigender Erfolg: Seit der Delphintherapie in der Türkei macht die kleine Tuana enorme Fortschritte. Die Hilfsbereitschaft vieler Karlsfelder hat die Therapie möglich gemacht. Foto: kn

Delphintherapie: Große Hilfe für eine kleine Karlsfelderin

Karlsfeld - Die kleine Tuana ist schwerbehindert. Viele Karlsfelder haben zusammengeholfen, um dem neunjährigen Mädchen eine Delphintherapie zu ermöglichen. Der Erfolg ist überwältigend - für Tuana und ihre Familie.

Tuana ist die zweite Tochter von Olcay und Seval Yildirim aus Karlsfeld. Das Kind kam als Autistin zur Welt, litt später auch noch an Epilepsie. Seit einem schweren Anfall vor knapp vier Jahren ist das Mädchen körperlich extrem eingeschränkt, Tuana kann nicht richtig sprechen.

Die Eltern erfuhren von Delphintherapien in Marmaris in der Türkei, die bei Menschen mit Behinderung außerordentliche Erfolge haben sollen. Doch die Therapien sind teuer, mit allen Kosten waren rund 10 000 Euro aufzubringen.

Doch in Karlsfeld half man zusammen. Der Olympia-Faschingsclub, bei dem Tuanas Schwester Ilayda mittanzt, rief über seine Aktion „Karlsfelder helfen Karlsfeldern“ zu Spenden auf. Die Arbeiterwohlfahrt Karlsfeld übernahm die Kosten für Hotel und Flüge, in der Verbandsgrundschule Karlsfeld starteten die Schüler Spendenaktionen, die auf großartige Resonanz stießen. „Die Unterstützung war unglaublich“, freut sich Tuanas Mutter Seval Yildirim.

Jeden Morgen durfte Tuana mit den Delphinen ins Wasser. Mit ihnen Kontakt aufnehmen, sie streicheln, mit ihnen spielen und schwimmen. Zusätzlich erhielt sie täglich weitere Anwendungen, etwa Physiotherapie.

„Bereits nach einer Woche fiel uns auf, dass Tuana viel bewusster Blickkontakt aufnimmt und hält und ihren linken spastischen Arm höher hebt“, berichtet die Mutter. „Aber die Erfolge und Auswirkungen der Therapie gehen immer noch weiter. Wir merken fast alle 14 Tage neue Veränderungen an Tuana.“

Das Gangbild des Mädchens hat sich sehr verbessert, seit ein paar Wochen zeigt es auf Gegenstände, wenn es etwas möchte. „Vor der Therapie war Tuana kaum in der Lage, irgendwelche Bedürfnisse mitzuteilen“, sagt Seval Yildirim. Auch Tuanas Lehrerin ist schon nach kurzer Zeit aufgefallen, dass sich Tuana viel länger konzentrieren kann und ihre Umwelt bewusster wahrnimmt.

Seval Yildirim und ihre Familie sind überglücklich: „Die Therapie war ein Riesenerfolg, aber auch uns als Familie hat die Zeit sehr geprägt und uns allen unheimlich gut getan. Wir möchten uns bei allen Unterstützern, Freunden und Bekannten bedanken.“ (mm)

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