Denkmit kündigt Kompromisse an

Proteste zeigen Wirkung

Schwabhausen - Denkmit, der neue Träger der gemeindlichen Kindertagesstätten ab kommenden Herbst, will in Sachen Bring- und Abholzeiten Kompromisse eingehen. Und zum Beispiel beim Hort nicht mehr auf 20 wöchentlichen Mindeststunden beharren.

Nach einigen Protesten von Eltern hat der neue Träger der drei gemeindlichen Kindertagesstätten in Schwabhausen eingelenkt: Karin Bader, die Gechäftsführerin von Denkmit, kam in die Sitzung des Gemeinderats, um „wegen der vielen Gerüchte und Unsicherheiten zu informieren“, wie sie sagte. Gerade hinsichtlich der neuen Buchungs- sowie der Bring- und Abholzeiten ab September waren einige Eltern auf die Barrikaden gegangen.

Laut Bader will Denkmit jetzt bei „Alt-Verträgen“, also bei Kindern, die die Einrichtungen bereits besuchen, die bisherigen Buchungs- und Abholzeiten weitgehend übernehmen.

Wichtig war es der Denkmit-Geschäftsführerin aber, auf ein grundsätzliches Problem hinsichtlich der Hortbelegung hinzuweisen. Denn „die große Frage ist: Was ist mit den Kindern, die nur eine oder eineinhalb Stunden am Tag kommen sollen? Im Hort haben wir einen Bildungsauftrag, im Unterschied zu einer Mittagsbetreuung“. Und der sei in dieser kurzen Zeitspanne einfach nicht darstellbar.

Karin Bader stellte klar, dass der neue Träger deshalb eine tägliche Betreuungszeit im Hort von ein oder eineinhalb Stunden nicht anbieten könne. Zumal würde man auch keine Fachkräfte finden, die zu solchen Zeiten arbeiten würden. Immerhin werde man aber nicht auf den ursprünglich angebotenen 20 wöchtlichen Betreuungsstunden beharren. Täglich drei bis vier Stunden seien ein guter Kompromiss.

Hort und Mittagsbetreuung „dürfen wir nicht in einen Topf werden“, betonte auch Bürgermeister Josef Baumgartner. „Der Gemeinderat muss sich da Gedanken machen, wie wir das lösen.“ Der Bedarf nach einer (kürzeren) Mittagsbetreuung sei jedenfalls da, sagte Harald Jörg von den Freien Wählern.

Die Geschäftsführerin des neuen Kita-Trägers betonte im Übrigen mehrmals, wie gut und intensiv der Austausch mit den Elternbeiräten und Eltern in letzter Zeit gewesen sei. So habe man die Unstimmigkeiten aus der Welt schaffen und Verständnis für die Notwendigkeiten von Denkmit erreichen können.

Es sei auch richtig, dass es seit 2013 keine gesetzliche Vorgabe mehr gibt, wonach die wöchentliche Buchungszeit für den Hort mindestens 20 Stunden betragen müsse, erklärte Denkmit-Geschäftsführer Adrian Storp, der ebenfalls im Gemeinderat Rede und Antwort stand. „Das Landratsamt gibt nur noch die Empfehlung von 20 Mindeststunden heraus,“ sagte Storp. Und Kollegin Karin Bader ergänzte: „Von den 20 Stunden sind wir auch abgerückt.“ Sie sei zwar überzeugt, dass aus pädagogischer Sicht vier Stunden tägliche Betreuungszeit besser seien, „drei bis vier Stunden sind aber ein guter Kompromiss“.

Die Anmeldezahlen für die drei Einrichtungen, die Denkmit im Herbst vom BRK übernimmt, haben ergeben, dass Krippe und Kindergarten ziemlich ausgebucht sind. Dagegen ist im Kinderhort noch Luft. Für die Krippe gibt es 26 neue Anmeldungen, während 16 Kinder sie weiterhin besuchen werden. Für den Kindergarten kommen zu 79 verbleibenden Kindern 42 neue dazu, und beim Kinderhort sind es 36 „alte“ und 17 „neue“ Zöglinge.

Man werde so wenig wie möglich in diesem neuen Betreuungsjahr ändern, erklärte Bader. Aber für die Zukunft sei noch „einiges im Fluss“, etwa zu Öffnungszeiten oder biologischer Vollverpflegung.

tor

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