Sie wissen, was zu tun ist: Thomas Günnel (r.) und Alexander von Freyburg von der Nothilfe am Klinikum Dachau. kn

„Der größte Fehler ist, nichts zu tun“

Dachau - Allein in Deutschland starben im vergangenen Jahr fast 100 000 Menschen an plötzlichem Herzversagen, gerade einmal acht Prozent der Betroffenen überlebten. Die Leiter der Nothilfe im Amper-Klinikum, Thomas Günnel und Alexander von Freyburg, klären auf.

Urplötzlich sackt ein Mensch in sich zusammen. Sein Herz steht still. Wenn nicht in sekundenschnelle reagiert wird, wird ihn der Herztod ereilen. Am heutigen Donnerstag findet von 11 bis 16 Uhr ein Aktionstag im Klinikum Dachau im Rahmen der „Woche der Reanimation“ statt. Die Leiter der Nothilfe im Amper-Klinikum, Thomas Günnel und Alexander von Freyburg, klären schon im Vorfeld auf.

-Wen trifft eine Herzattacke?

Es kann wirklich jedem Erwachsenen passieren. Natürlich kann man mit einem gesunden Lebensstil dem Herztod präservativ entgegenwirken und das Risiko deutlich senken. Doch dass in den letzten Jahren drei Fußballer vor laufenden Kameras zusammengebrochen sind und 2012 ein Schwimmstar starb, zeigt, dass es genauso junge, fitte Menschen treffen kann. Rund ein drittel der betroffenen hatte nie zuvor an Herzbeschwerden zu leiden.

-Wie kann ich helfen?

Gerade in Dachau haben wir das Glück, dass wir überdurchschnittlich gut mit Defibrillatoren ausgestattet sind. In jeder öffentlichen Einrichtung, in jeder Bankfiliale, an vielen Arbeitsplätzen sind Defibrillatoren zur Hand. Das ist wichtig, denn so kann man ein Leben retten, bevor der Notarzt eintrifft. Eine Herzrhythmusmassage ist zwar wichtig, doch dient nur der Zeitüberbrückung. Im besten Fall kümmert sich einer um die Massage, während ein zweiter versucht einen Defibrillator zu organisieren. Man ist selten allein.

-Was ist der größte Fehler, den ich als Laie machen kann?

Der größte Fehler - ganz klar - ist: Nichts zu tun.

(Interview: Bartl von Laffert)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Stärkung für das Krankenhaus“
Das Helios Amper-Klinikum hat grünes Licht bekommen: Es kann 2020 seine 15. Fachabteilung eröffnen - die Neurochirurgie.
„Stärkung für das Krankenhaus“
FDP wünscht sich mehr Frauen
Die Liberalen präsentieren ihre Kreistagsliste – und wünschen sich in Zukunft mehr Frauen im Team. Das Wahlprogramm wird noch erarbeitet
FDP wünscht sich mehr Frauen
Kein Listenplatzgerangel bei den Parteiunabhängigen in Jetzendorf
Listenplatzgerangel ist bei den Parteiunabhängigen aus Jetzendorf kein Thema. Die Nominierung der 16 Gemeinderatskandidaten verlief ohne eine einzige Gegenstimme.   
Kein Listenplatzgerangel bei den Parteiunabhängigen in Jetzendorf
Unerreichbare Lebensretter
Im Karlsfeld gibt es keinen Defibrillator, der rund um die Uhr zugänglich ist. In Dachau schaut es auch nicht gut aus. Das sind die vorläufigen Ergebnisse einer …
Unerreichbare Lebensretter

Kommentare