Mann mit Gänsen
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Gänse als Komparsen: Robert Gregor Kühn auf dem Wellerhof. Foto: ink

„Theater Werk München“ zu Gast auf dem Biohof Weller in Bergkirchen

„Die Gänse waren wunderbare Komparsen“

Bergkirchen – Auf dem Biohof Weller ist seit 15 Jahren das Hoftheater Bergkirchen beheimatet. Christine und Holger Weller lassen dort keine Vorstellung aus und sind für künstlerische Belange immer aufgeschlossen. Das war auch der Fall, als Robert Gregor Kühn vom Hoftheater-Ensemble bei den Wellers anfragte, ob sie bereit wären, ihren Hof und den Gänsestall für einen Tag zur Verfügung zu stellen.

Und so konnte der Filmdreh für die staatlich geförderte Weiterbildung „Acting for Film“ von „Theater Werk München“ stattfinden. „Wir haben unseren Hof zur Verfügung gestellt, weil wir junge Schauspieler in ihrer Ausbildung unterstützen wollen. Durch das Hoftheater ist uns das Schauspiel sehr nahe, und es freut uns, wenn sich Leute auf unserem Hof entfalten können. Dadurch, dass schon öfter Filmteams bei uns zu Gast waren, wussten wir, auf was wir uns einlassen. Außerdem ist es auch für uns spannend, Menschen mit anderen Berufungen kennenzulernen“, so Holger Weller.

Die Dachauer Nachrichten haben den Schauspieler und Sänger Robert Gregor Kühn, der in unterschiedlichen Rollen beim Hoftheater auf der Bühne zu erleben war – zuletzt „In der Milchbar ist was los“ und demnächst in der neuen Saison in „Maria Stuart“ als junger Ritter Mortimer – zu seinem Werdegang und dem Projekt befragt:

Wie sind Sie zum Hoftheater gekommen?

Ich war in einer beruflichen Umbruchsituation. Nach 18 Jahren Einzelhandel, zuletzt nur noch drei Tage die Woche, wollte ich einen Neuanfang in die Selbstständigkeit als Schauspieler wagen. Das Gesuch des Hoftheaters für einen Schauspieler kam da wie gerufen. Nach einem kurzen Vorsprechen, eher einer Mini-Probe, war es entschieden. Ich begann zunächst in der Rolle des Odysseus unter der Regie von Ansgar Wilk.

Fühlen Sie sich dort wohl?

Sogar sehr. Die familiäre Atmosphäre und besonders der kollegiale Zusammenhalt während unserer „Außeneinsätze“ – also die Auftritte der Neuen Werkbühne in Schulen im süddeutschen Raum – tun sehr gut in einer Welt des Karrierewahns, der auch vor der Kunst nicht Halt macht.

Welche Funktion haben Sie bei der Theater-Werk-Weiterbildung?

Ich bin ganz normaler Teilnehmer des Kurses als Schauspieler. Gleichzeitig organisiert jeder von uns auch Drehorte (vom Gänsestall über das Designer-Büro bis zum Krankenzimmer). Und wir arbeiten auch abwechselnd als Set-Assistenten während der einzelnen Drehs.

Waren Sie in Bergkirchen beteiligt oder haben Sie vermittelt?

Ich habe sowohl den Vater im Film gespielt als auch den Kontakt zu Herrn Weller hergestellt, der uns freundlicherweise in seinen Gänsestall gelassen hat. Auf dem Feldweg neben dem Stall entstand dann noch eine zweite Szene – ideale Bedingungen also. Die offene, entspannte Atmosphäre auf dem Biohof der Familie Weller und die herrliche Lage hat uns allen im Team die Arbeit erleichtert. Und die Gänse haben auch hervorragend mitgearbeitet als wunderbare Komparsen.

Ist es schwierig, überhaupt geeignete Plätze zur Durchführung der Projekte zu finden?

Besonders in Corona-Zeiten gibt es natürlich größere Einschränkungen, insbesondere unsere Suche nach einem realistisch aussehenden Krankenzimmer war nicht einfach. Da ich aber am LMU-Klinikum als Schauspielpatient tätig bin, durften wir freundlicherweise in der dortigen Lehrklinik drehen. Beim Projekt Theater Werk München geht es darum, den Teilnehmern aus ganz Deutschland die Möglichkeit zu geben, auch während einer Phase der nicht regulären Beschäftigung weiter in ihrem Beruf zu arbeiten, sich somit künstlerisch zu entwickeln, im Spiel zu bleiben. Mit unserem Konzept bieten wir ihnen eine Plattform der Fortbildung, des Austausches und der Vernetzung. Finanziert werden die Weiterbildungsmaßnahmen der Teilnehmer und die Institution größtenteils durch Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit. Zudem gibt es Zuschüsse der Stadt München. Mit dem steigenden Renommee der Institution gibt es immer mehr Teilnehmer, die die Kurse selber finanzieren.

Ingrid Koch

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