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Sie lassen sich scheiden und können doch nicht voneinander lassen: Susanne und Figaro.

Ludwig-Thoma-Gemeinde

Geschiedene Leut'

Dachau - Figaro lässt sich scheiden – und das erneut in Dachau. Das Stück von Ödön von Horváth bezieht sich auf „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ von Beaumarchais, das die Ludwig-Thoma Gemeinde bereits vor zwölf Jahren in der Fassung von Peter Turrini auf die Bühne brachte.

Jetzt steht Figaro erneut auf der Ludwig-Thoma-Bühne, gespielt von René Rastelli.

Im Fürstentum des Grafen Almaviva (Edi Hörl) ist die Revolution ausgebrochen. Figaro und seine Susanne (Angelika Mauersich) schließen sich dem Grafen und der Gräfin (Brigitte Fiedler) an und fliehen in den Nachbarstaat.

Die Inszenierung beginnt bereits hochgradig interaktiv, die Schauspieler befinden sich nicht auf der Bühne, sondern bei den Zuschauern, zwängen sich durch die schmalen Reihen, inszenieren so die riskante Flucht aus der Heimat. Endlich am Grenzübergang angekommen, fasst Figaro die Lage zusammen: „Es ist alles ja nicht so schlimm. Sie zünden alles an und erschlagen die Herrschaften.“

Doch der Graf erkennt den Ernst der Lage nicht, die Revolution werde schon nicht so lange andauern. Er frönt trotz fehlender Einnahmen seinem Luxusleben.

Figaro und seine Frau trennen sich vom Grafenehepaar, eröffnen ihren eigenen Friseursalon. Doch Figaro mutiert zum Spießer, der es jedem Recht machen möchte, vernachlässigt seine Ehefrau, und verwehrt ihren sehnlichsten Wunsch nach einem Kind. „Setz nur dein Kind in die Welt, es wird in einer Mondlandschaft leben und giftige Dämpfe einatmen!“ Die Ehe zerbricht, und die beiden gehen getrennte Wege. Doch vergessen kann Figaro seine Susanne nicht, und auch Susanne verzehrt sich nach ihrem Figaro.

Ein klassisches komödiantisches Stück, das mit melancholisch-zynischem Charme überzeugt. Das Bühnenbild (Thomas Westermaier) ist einfach, aber umso raffinierter gestaltet. Drei schwarze Kästen, die, je nach Szene, geschwind in einen Friseursalon, den Hofgarten, einen Grenzübergang oder in eine Bar verwandelt werden können. Schwarz ist die dominierende Farbe, die zum einen die Leere und aussichtslose Situation der Figuren unterstreicht, zum anderen auch nicht von den Schauspielern ablenkt und dem Stück den nötigen Tiefgang verleiht. Ein Stück über Sehnsucht, verpasste Chancen und die Hoffnung auf eine bessere Welt.

Es wäre jedoch keine Komödie, wenn nicht zum Ende alles gut wäre und das Stück das Dachauer Publikum nicht immer wieder zum Lachen bringen könnte. So tänzelt Susanne mit ihrem Kunden (Wolfgang Möckl, ebenfalls Regisseur) im Friseursalon, schmiert ihm dick Rasierschaum ins Gesicht. Erotische Spannungen liegen in der Luft, die Tanz-Rasiereinlage zum Brüllen komisch. Auch René Rastelli in der Rolle des Figaros überzeugt mit großartigem schauspielerischem Talent.

Figaro lässt sich scheiden 

ist noch am Freitag 18. März, 19.30 Uhr, Samstag, 19. März, 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 20. März, um 18 Uhr im Ludwig-Thoma-Haus in der Dachauer Altstadt zu sehen.

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