Drei Anlagen als Einheit sehen

Petershausen - Die drei umstrittenenen Windkraftanlagen bei Weißling und Kammerberg haben in jüngster Sitzung den Bau- und Umweltausschuss Petershausen beschäftigt: Aus städtdebaulicher Sicht besteht keine Möglichkeit, Einwände gegen die (beiden Kammerberger) Vorhaben zu erheben.

Petershausen war von der Nachbargemeinde Fahrenzhausen, zu der Kammerberg im Landkreis Freising gehört, zu einer Stellungnahme im Rahmen der Anhörung von Trägern öffentlicher Belange aufgefordert worden. Im einstimmig gefassten Beschluss heißt es weiter: „Die Gemeinde ist sich bewusst, dass sie in diesem Verfahren keine drittschützenden Aspekte vortragen kann. Dennoch weisen Bürgermeister (Marcel Fath, Freie Wähler - FW) und Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Petershausen das Landratsamt Freising auf die Sorgen und Nöte unserer Bürger und die fachlichen Bedenken des Bau- und Umweltausschusses in der Stellungnahme hin.“

Weiter trug Bürgermeister Fath den Beschlussvorschlag vor: „Wir fordern, die Kumulierungseffekte (Schlagschatten, Schall et cetera) aller drei vom Antragsteller geplanten Windkraftanlagen gemeinsam zu prüfen und zu bewerten. ... Nur in einer gemeinsamen Betrachtung aller drei geplanten Anlagen kann die vorgesehene Prüfung auf umweltschädliche Einflüsse in ausreichendem Maße durchgeführt werden.“

Der ehemalige Bürgermeister Günter Fuchs (CSU) erkundigte sich bei seinem Amtsnachfolger: „Weiß man etwas von der Gemeinde Fahrenzhausen? Angeblich will die ihre Planung auf die 10H-Regel (Zehnfache Windradhöhe als Abstand zur nächsten Wohnbebauung) ändern.“ Fath wusste: „Im dortigen Gemeinderat wird das sehr differenziert gesehen.“ Der Teilflächennutzungsplan zu den Windrädern im Nachbarlandkreis Freising solle auch dort nicht gefährdet werden sondern weiterlaufen. „Da besteht Einigkeit zwischen den beiden Gemeinden.“ Fuchs sieht darin den einzig richtigen Weg. Die haben bereits Rechtssicherheit. Aber trotzdem wollen sie noch etwas ändern. Aber wir sollten den Petershausener Bürgern Zeit geben, Einwände einzubringen.“ Deshalb forderte Fuchs eine Rückstellung der Stellungnahme.

„Da kann man natürlich trefflich streiten“, bemerkte hier Vizebürgermeister Wolfgang Stadler (SPD). Am selben Tag habe es im Bayerischen Landtag eine öffentliche Anhörung zur 10H-Regel gegeben. Bis auf einen Vertreter einer Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen hätten sich alle gegen diese Regel ausgesprochen.

Bürgermeister Fath verwies in diesem Zusammenhang auf die Infoveranstaltung der beiden Gemeinden Petershausen und Fahrenzhausen,. Sowohl Investor Vitus Hinterseer als auch die Bürgerinitiative Gegenwind seien informiert. Die rechtliche Seite werden die beiden Landratsämter darlegen. Der Gemeinde Petershausen müsse auf jeden Falle offen bleiben, die Weißlinger Baulandentwicklung zu verändern. Das solle aber diskutiert werden, wenn es um die Weißlinger Anlage geht. Ein Informationsabend findet am Mittwoch, 9. Juli, ab 19.30 Uhr in der Grundschule Fahrenzhausen, Schulstraße 1 statt. (rds)

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