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Die Meister: Die Maibaumdiebe vom „Bauwong Petershausen“ – berüchtigt für ihre vielen Maibaum-Beutezüge – (mit Stefan Fischer, vorne links) haben auf Umwegen den 20-Meter-Baum aus Lohhof gestohlen.

DReifacher Maibaumdiebstahl im Landkreis

Geklaut und geklaut und geklaut

Dass Maibäume in den letzten Tagen vor dem 1. Mai Füße bekommen, ist oft nicht zu vermeiden. Dass so ein Maibaum aber einen ganzen Marathon laufen muss, bis er wieder zu seinem Ursprungsort zurückkehrt, das musste nun der 20 Meter-Baum von Lohhof-Süd erleben.

Der Lohhofer Maibaum wurde zunächst von jungen Leuten aus Haimhausen gestohlen. Unter, so behauptet der Lohhofer Andreas Erbenich, „höchst zweifelhaften Umständen“ aus dem eigentlich sicheren Aufbewahrungsort. Weil die von Haimhauser Seite geforderte Auslöse von 150 Liter Freibier und Brotzeit für 40 Leute „gigantisch hoch“ und deshalb schlicht und ergreifend zu viel für die Lohhofer war, haben sie es abgelehnt, den Baum auszulösen.

Damit war aber nur der erste Akt der Entführung beendet. Burschen aus der Jungbauernschaft des Landkreises haben zusammen mit mehreren jungen Biberbachern davon Wind bekommen, dass der Lohhofer Baum in Haimhausen lag. Und so ließen sie sich nicht lange bitten und klauten ihn von dort. Die Burschen lagerten das Traditionsstangerl beim Sellbauer in Schönbrunn ein, da sie glaubten, dort einen vor neuen Dieben geschützten Platz gefunden zu haben.

Doch es war nicht sonderlich klug von der zweiten Diebesbande, den gestohlenen Baum zwecks Auslöse mit Bild im Internet, bei Facebook, anzupreisen. Denn die Maibaumdiebe aus dem „Petershauser Bauwong“, die seit 2005 berüchtigt sind und in den letzten beiden Jahre je zwei Bäume ergattern konnten, waren zu dieser Zeit auf Streifzug – wie jede Nacht im April. Diesmal in Schönbrunn. Eigentlich hatte man es auf den Schönbrunner Maibaum abgesehen, doch der war, wie dieses Jahr so viele Bäume, zu gut bewacht für die Petershauser. Ein schlauer Kerl aus der Petershauser Gang erkannte auf dem Maibaumbild auf Facebook, dass es die Sellbauern-Halle in Schönbrunn sein musste, in der der Lohhofer Maibaum eingelagert war. Also haben sie die einfachere Variante gewählt: Den Baum aus Lohhof.

So machten sich die 20 geübten Maibaumdiebe vom „Bauwong“ gut vorbereitet gegen 5 Uhr früh auf den Weg, um die Irrfahrt des Lohhofer Baumes in Schönbrunn Richtung Petershausen fortzusetzen. Und siehe da: Es wurde den Dieben leicht gemacht – denn die Halle des Sellbauern war nicht einmal verschlossen. „Das hat keine zehn Minuten gedauert“, beschreibt Stefan Fischer von den Petershausern den Klau.

Thomas Barth von den Jungbauern dagegen, die sich schon über ihren vermeintlich erfolgreichen Klau gefreut hatten, bedauert: „Das ist wirklich blöd gelaufen.“ Denn die Jungbauern waren just genau in dem Moment unterwegs gewesen, um den Schlüssel für die Halle zu holen – da war der Maibaum auch schon wieder weg. „Das war nicht wirklich schlau“, den Baum allein zu lassen“, lacht Stefan Fischer.

Gewarnt von der Leichtsinnigkeit der Haimhauser und der Jungbauernschaft fand der Baum also schließlich an einem sicheren Ort in Petershausen „Asyl“. Weil die Forderungen der Petershauser sich in Grenzen hielten, 50 Liter Bier und 20 Brotzeiten in Form eines Grillfestes – also ein „absolut vernünftiges“ Angebot, wie der Lohhofer Andreas Erbenich zugibt – stand schon nach der ersten Kontaktaufnahme mit den ursprünglichen Maibaumbesitzern fest, dass es zu einer friedlichen Rückgabe kommen soll. So wurde am gestrigen Freitagabend, wie es der alte Brauch des Maibaumstehlens vorschreibt, das begehrte Stück zurück nach Lohhof gebracht. Und die Petershauser und Lohhofer, die sich bis dahin noch garnicht kannten, lernten sich nun beim Grillen kennen.

Die Lohhofer haben sich geschworen, künftig auf ihren Maibaum besser aufzupassen – ihre neuen Bekannten aus Petershausen wollen ihnen auch Tipps geben. Und notfalls werden sich die Lohhofer Bewacher zukünftig an den Baum ketten lassen.

(ost/lan)

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