BI droht mit Klagen

Weißling - Die Bürgerinitiative Gegenwind sagt, die Windräder im Weißlinger Holz seien nicht genehmigungsfähig. Das hätten Gutachten ergeben. Sie droht mit Klagen.

Nach dem von der Bürgerinitiative Gegenwind aus Weißling in Auftrag gegebenen Gutachten sind die drei von der SL Windenergie Entwicklung GmbH & Co. KG aus Fahrenzhausen geplanten Windräder im Weißlinger Holz aus immissionsschutzrechtlichen Gründen nicht genehmigungsfähig. Das schreibt die BI in einer Presseinformation.

Diese Ansicht stützt sich laut Gutachten auf „Defizite und Mängel“ bei der speziellen artenschutzrechlichen Prüfung (saP), die Vitus und Hubert Hinterseher von der SL Windenergie Entwicklung bei den Landratsämtern Freising und Dachau eingereicht haben. Wie dem Gutachten des von der Bürgerinitiative eingeschalteten Planungsbüros zu entnehmen ist, seien die von den Vorhabenträgern vorgelegten Erhebungen deutlich unter dem geforderten Standard des Windkrafterlasses der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern durchgeführt worden.

Konkret würden zum Beispiel die Vogelkartierungen nur einen Bruchteil der eigentlich notwendigen Untersuchungen umfassen. Weiterhin sei in den Unterlagen der Vorhabenträger stets die Rede von einer größtmöglichen Nutzung des bestehenden Wegenetzes. Dabei werde jedoch nie erwähnt, dass nur zu einer Windkraftanlage überhaupt ein Weg vorhanden ist. Zu den anderen müssten erst neue Wege durch jetziges Waldgebiet angelegt werden.

Angeblich habe das auch schon die Regierung von Oberbayern als Höhere Naturschutzbehörde in einer Stellungnahme vom 15. Juli bemängelt.

Elfriede Eisenhofer, die Vorsitzende der BI Gegenwind, wies ferner darauf hin, dass laut Gutachten derzeit der Verdacht von mehreren Verstößen gegen artenschutzrechtliche Verbote gemäß Bundesnaturschutzgesetz bestünde. Edmund Fischer, aktives BI-Mitglied aus Weißling, zeigte sich empört: „Kein Landratsamt darf auf dieser dünnen und fehlerhaften Grundlage entscheiden!“

Diese Kritik richtet sich vor allem an die Adresse des Landratsamts Freising. Denn Martina Ebner, die dort für Bau- und Umweltfragen zuständige Amtsleiterin, habe in der Fahrenzhausener Informationsveranstaltung (wir berichteten) betont, die Landratsämter hätten kaum Ermessensspielräume. Doch gleichzeitig erkläre sie, dass sie eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt der Windräder im Weißlinger Holz nicht für notwendig erachte und daher auch nicht verlange.

Lobend heißt es in der Pressemitteilung der BI: „Im Gegensatz zum Landratsamt Freising will das Landratsamt Dachau alle drei Anlagen zusammen prüfen.“ Dies sei sinnvoll, weil nur dadurch die Auswirkungen der eng beieinander liegenden Riesenwindräder berücksichtigt werden könnten. Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Die BI fordert die gleiche Einsicht beim Landratsamt Freising.“ Bei allen drei Windrad-Standort-Plänen gebe es erhebliche Übergriffe in die Nachbargrundstücke. Sollten die Windräder von den Landratsämtern genehmigt werden, drohte die BI schon jetzt mit Klagen der betroffenen Nachbarn vor Gericht. (rds)

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