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E-Book wird immer mehr zum Renner

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Büchereichef Steffen Mollnow setzt auf Online-Ausleihe. KN
Büchereichef Steffen Mollnow setzt auf Online-Ausleihe. KN

Dachau - Es ist in Amerika schon der Renner und in Europa stark im Kommen. Auch immer mehr Dachauer wollen es haben: das E-Book.

Es ist klein, schmal und handlich, und allein in Deutschland wird sich der Jahresumsatz der Händler für E-Books von 144 Millionen Euro im Jahr 2012 bis Ende dieses Jahres vermutlich verdoppelt haben. Die damit steigende Nachfrage an digitaler Lektüre zwingt nicht nur herkömmliche Buchhandlungen zum Umdenken. Auch Bibliotheken müssen ihr Angebot den Kunden anpassen, um in Zukunft attraktiv zu bleiben.

Die Stadtbücherei Dachau hat damit schon 2009 angefangen. So lange ist dort die Online-Ausleihe für E-Books und Tablet-PCs - mit Ausnahme der Amazonmarke Kindle - möglich. Was in den ersten zwei Jahren mit Anlaufschwierigkeiten verbunden war, entwickelt sich inzwischen zum Renner. „Man kann sagen, dass sich die Online-Ausleihe seit Beginn jährlich verdoppelt hat“, stellt der Dachauer Bücherei-Leiter Steffen Mollnow fest. 12 000 Ausleihen, oder Entladungen, wie es in der Stadtbücherei heißt, gab es allein 2013.

Online ausleihen können die Kunden die Bücher ganz einfach über die „Onleihe“-App. Inhaber eines Büchereiausweis müssen sich nur per Passwort einloggen. Wenn sie den Ausleihe-Button anklicken, installiert sich, wie bei einem gewöhnlichen Download, das Medium. In diesem Fall das Buch, das Hörbuch oder die Zeitschrift. Ein Buch wird dann 21 Tage, eine Zeitschrift eine Stunde bis sieben Tage gesperrt.

Die Dachauer Bücherei hat sich mit mehr als 20 anderen Bibliotheken in Süddeutschland zu einem Verband zusammengeschlossen, der gemeinsam an die 10 000 Medien verwaltet. Das ist natürlich längst nicht das Angebot, das an konventionellen Büchern bereitsteht. Ein Problem ist hier insbesondere, dass sich noch viele große Buchverlage wie etwa Holzbrinck der Online-Branche verschließen - wegen Bedenken bezüglich der Urheberrechte. Doch Steffen Mollnow hofft, dass sich auch das ändern wird und in „vier, fünf Jahren die Bestände komplett ausgebaut sind“.

Gespannt blickt er dem Transformationsprozess entgegen. Denn noch ist der Anteil der Online-Ausleihe im Vergleich zur konventionellen verschwindend gering (12 000 E-Books gegenüber 380 000 Druckmedien). Allerdings stellt Mollnow fest, dass sich aufgrund der Flexibilität der Online-Mediathek ein ganz neuer Kundenstamm erschließt. Besonders gespannt ist er, ob sich die sehr computer- und videofixierte Jugend künftig lesefreudiger erweisen wird. Er sagt aber auch: „Wer nicht mit der Liebe zur Literatur aufgewachsen ist, wird nicht plötzlich mit dem Lesen beginnen.“

(bvl)

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