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Nun soll wieder gebaut werden: Die Ruine der ehemaligen Koschade-Klinik in der Altstadt steht seit Jahren leer.

Ehemalige Koschade-Klinik

Endlich verkauft

Dachau - Einst kamen dort die Dachauer Kinder zur Welt, doch seit einigen Jahren zeugt von der ehemaligen Frauenklinik nur noch ein graues Betonmonstrum. Die Koschade-Klinik in der Dachauer Altstadt ist eine Ruine. Doch nun soll wieder gebaut werden: Die Immobilie ist verkauft. 

Die KGS Wohnbau, eine extra gegründete Firma aus Oberhausen bei Neuburg an der Donau, hat den Kaufvertrag über die ehemalige Frauenklinik unterschrieben. Die acht verbliebenen Altkäufer der Wohnungen haben entweder einen neuen Vertrag mit der KGS Wohnbau geschlossen oder sind von ihrem Vertrag mit dem Voreigentümer, der Kaga Dachau, zurücktreten. Die Notartermine mit den Käufern sind abgeschlossen. 

„Die sehr sensiblen Altkäufer waren das Problem an dem Objekt“, erklärt Architekt Christian Schwarz (40) aus München, der zusammen mit Investor Oleg Schumacher das Prestige-Objekt übernehmen wird. Die Verträge seien teils kompliziert aufzulösen gewesen und notariell extrem schwierig. Zudem seien die Betroffenen nach all ihren Erfahrungen (siehe Kasten) sehr misstrauisch. 

Schuld an der Misere hat nach Ansicht von Architekt Schwarz Frank Weber von der Real Estate Opportunities AG (REO), die 100-prozentiger Kommanditist der Kaga Dachau ist. Die KGS Wohnbau sei den Altkäufern dann beim Preis sehr entgegen gekommen, so Schwarz. „Wir haben die alten Kaufsummen beibehalten. Das ist hinsichtlich der Marktsteigerung ein Traum.“ Seit Mai 2015 seien Investor Schumacher und er an der ehemaligen Koschade-Klinik, in der 32 Wohnungen entstehen sollen, interessiert. 

Doch vor allem die Gespräche mit Altkäufern, von denen einige auch über eine vorläufige Grundbucheintragung verfügten, hätten sich bis jetzt hingezogen. „Wir kennen inzwischen alle in- und auswendig“, so der 40-Jährige, der das Objekt als Herausforderung sieht. Jetzt ist jedoch alles unter Dach und Fach. 

Die Altkäufer lassen allerdings noch keineswegs die Korken knallen. „Wir haben in den vergangenen vier Jahren so viel erlebt, ich glaube das ganze erst, wenn ich mal auf meiner Terrasse sitze“, sagt einer aus ihrem Kreis. „Das ist wie wenn man fünf Fehlgeburten hatte – dann kam man sich bei der sechsten Schwangerschaft auch nicht richtig freuen, bevor das Baby da ist.“ 

Für Jakob Kandler, Geschäftsführer der kurzzeitig insolventen Kaga Dachau GmbH & Co. KG, sind die Notartermine eine positive Nachricht. „Meine Stimmung ist gut. Nach vier Jahren mit ungewissem Ausgang bin ich heilfroh, dass die ganze Geschichte erledigt ist.“ Zur Höhe der Kaufsumme wollte sich Schwarz nicht äußern. Nur soviel: „Es ist deutlich mehr, als andere bisher gezahlt hätten.“ Mit dem Kaufpreis muss Kandler zunächst eine Bekannte auszahlen, die die Bank abgelöst hatte, dann kommen die weiteren finanziellen Verpflichtungen dran.

 Kandler wird als eine seiner letzten Taten für die Koschade-Klinik baldmöglichst noch einige Änderungspläne bei der Stadt einreichen. Diese beziehen sich beispielsweise auf Glasvordächer bei den Terrassen und einen Wintergarten auf dem Dach, erklärt der Kaga-Geschäftsführer.

 Egal, wie die Stadt dazu steht: An dem Kauf durch die KGS Wohnbau ändert das nichts. In vier bis fünf Monaten will Schwarz mit den Ausschreibungen beginnen. Denn schon im Oktober läuft die Baugenehmigung aus, wie die Stadt Dachau auf Anfrage bestätigte. Und: „Bis Mitte 2018 ist die Fertigstellung geplant. So haben wir es im Notarvertrag festgehalten“, erklärt Christian Schwarz zuversichtlich.

Conny Kirmaier

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