Hilfe für den TSV Eintracht Karlsfeld

Cremers-Kritik sorgt weiter für Wirbel

Karlsfeld - Die Gemeinde tut nicht genug für den TSV Eintracht: Mit dieser Aussage hat Alt-Präsident Toni Cremers ordentlich Wirbel ausgelöst. Und der Disput geht weiter.

Toni Cremers, Altpräsident und soeben zum Ehrenmitglied des TSV Eintracht Karlsfeld ernannt, hob bei der Jahresversammlung im Sportheim an zu einer aufsehenerregenden Protestrede. Cremers forderte, dass die Gemeinde die Mehreinnahmen aus den Jahren 2015 und 2016 (Anm. d. Red.: rund 6 Millionen Euro) in die Infrastruktur der Eintracht stecken solle (wir berichteten). Die Gemeinde tue nicht genug für den Verein, so Cremers.

Bei Bürgermeister Stefan Kolbe und den Gemeinderäten kam das gar nicht gut an. Beate Full präsentierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung Zahlen. Die SPD-Gemeinderätin hatte die Ausgaben der Gemeinde im Jahr 2016 für den TSV zusammengerechnet. Das Ergebnis lautete: 760 000 Euro. „Das ist doch ein ordentlicher Betrag“, folgerte Full.

Kolbe hatte in der TSV-Versammlung nach Cremers’ Angriff schon die prekäre Finanzlage geschildert, in der die Gemeinde stecke. Er bedankte sich bei Beate Full dafür, dass sie das Thema noch einmal aufwarf. „Von einem Altpräsidenten hätte ich so etwas nicht erwartet“, sagte der Bürgermeister. Die Kabinen, der Rasen, das Spielfeld – all das habe viel Geld gekostet, so Kolbe. „Das lass ich mir nicht vorwerfen, dass wir nichts tun.“ Cremers meine wohl, dass es nur den Sportverein gebe. Als Altpräsident sei er wohl „genötigt, mehr zu sagen, als notwendig ist“. Dabei sei ihm selbstverständlich klar, so Kolbe weiter, dass der TSV wohl ungeduldig wäre, weil es brenne.

Seit Jahren wartet und hofft der Verein auf dringend nötigen Ausbau der Sportstätten. Nicht von ungefähr konnte Vereinschef Rüdiger Meyer seine Rede vom Oktober 2015 in Teilen wiederholen: Der Verein könne den Bedarf nur mit Mühe und unzureichend decken, Wachstum sei nicht möglich. Immer mehr Eltern beschwerten sich, weil der Verein ihren Kindern nicht mehr bieten könne.

Meyer hatte auch gute Nachrichten. Die nach der Beitragserhöhung 2015 befürchtete Austrittswelle ist ausgeblieben. Zum Stichtag 1. September hatte die Eintracht 4043 Mitglieder und damit sogar 14 Mitglieder mehr als zum Jahreswechsel. Der TSV bleibt demnach knapp über der 4000-Mitglieder-Marke und damit größter Verein im Landkreis. (np/tol)

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