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Feierliche Ehrung: Dominik Golda, Alexander Hermann, Michael Ostermair und Josef Ostermair (v.l.) und Regierungspräsidentin Brigitta Brunner.

Ehrung für mutige Tat

Sie retteten das Leben eines Buben

Josef Ostermair aus Tandern hat im Sommer vergangenen Jahres gemeinsam mit drei weiteren Rettern einen Siebenjährigen vor dem Ertrinken gerettet – in letzter Sekunde. Jetzt wurden die vier couragierten Männer von der Regierung von Oberbayern ausgezeichnet.

Es war ein heißer Ferientag im August vergangenen Jahres, an dem ein siebenjähriger Bub aus Traunstein in der Schleuse in der Laufenau in Altenmarkt (Landkreis Traunstein) mehrere Minuten lang mit dem Tod kämpfte. Der Sog an einem Wehr hatte den Siebenjährigen unter Wasser gezogen. Josef Ostermair aus Tandern zögerte nicht lange: Er schwamm zu dem Buben und konnte ihn von seinem Surfbrett befreien. Drei weitere Retter zogen den leblosen Körper aus dem Wasser – und reanimierten den Buben in letzter Minute. Für ihren Einsatz sind die Lebensretter Josef Ostermair aus Tandern, Michael Ostermair aus Mehring, Dominik Golda aus Wasserburg und Alexander Hermann aus Altenmarkt jetzt von der Oberbayerischen Regierung mit der Urkunde „Öffentliche Anerkennung für eine Rettungstat“ ausgezeichnet worden. 

Josef Ostermair (40) aus Tandern war mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen, acht und elf Jahre alt, für ein paar Tage zu Besuch bei seinem Bruder Michael Ostermair (40). „Wir waren jeden Tag woanders beim Baden“, erzählt der Familienvater aus Tandern. Sie genossen in der Langenau an einem idyllischen Badeplatz an der Alz den heißen Sommertag. „Wir sind weiter oberhalb des Wehrs in die Alz gestiegen und haben uns im Wasser treiben lassen“, berichtet Josef Ostermair.

An der Staustufe haben Josef und Michael Ostermair eine andere Familie am Wehr bemerkt. „Die Frau und der Bub fingen plötzlich zu schreien an, weil sich ein weiterer Bub nicht mehr über Wasser halten konnte“, erinnert sich Michael Ostermair , der in Mehring (Landkreis Altötting) wohnt. An der Schleuse, in der der Laufenauer Mühlbach abgezweigt wird, hatte ein Wasserstrudel den Siebenjährigen erfasst. Das allein wäre nicht so dramatisch gewesen, weil es den Buben in ein paar Sekunden durch das Wehr durchgespült und auf der anderen Seite wieder ausgespuckt hätte. Doch das kleine Surfbrett, das mit einer Schnur an seinem Handgelenk befestigt war, hielt sich an der Wasseroberfläche, während sein Körper von der Kraft des Wassers nach unten gedrückt wurde. 

„Sie bemerkten die lebensbedrohliche Situation und reagierten blitzschnell“, sagte Regierungspräsidentin Brigitta Brunner zu Josef Ostermair. „Sie kletterten umgehend auf das Wehr, um die Schnur vom Surfbrett loszureißen. Damit konnte der Junge durch das Wehr gespült werden.“ Am anderen Ende des Wehrs habe Dominik Golda den bereits bewusstlosen Jungen aus dem Wasser geborgen. 

Michael Ostermair und Alexander Hermann begannen sofort mit der lebensrettenden Wiederbelebung. „Ich war fertig mit den Nerven, ich hab’ gedacht, er ist tot“, erzählt Josef Ostermair . Sein Bruder Michael Ostermair begann sofort mit der lebensrettenden Reanimation. Inzwischen war auch Alexander Hermann mit einem Erste-Hilfe-Rucksack zur Unterstützung eingetroffen. Der 13-jährige Altenmarkter ist Mitglied der DLRG und des THW Traunreut. 

Ostermairs Reanimationsmaßnahmen zeigten Erfolg: Der Bub atmete wieder. „Als er dann angefangen hat zu schreien, ist uns ein Riesenstein vom Herzen gefallen“, erzählt Josef Ostermair. Kurze Zeit später waren Notarzt und Rettungsdienst zur Stelle. 

„Nur durch Ihr gemeinsames Handeln gelang es, das Leben des Jungen zu retten“, sagte Brunner. „Dafür danke ich Ihnen und spreche die öffentliche Anerkennung für die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr mit besonderer Umsicht aus.“ Sie überreichte den vier Rettern die Urkunde. 

„Für mich ist das keine Frage, da hinzuschwimmen und zu helfen. Außerdem habe ich selbst Kinder in dem Alter“, sagte der Tanderner. Das schoss ihm auch durch den Kopf: „Das hätten meine Kinder sein können.“ Die Lebensretter waren erleichtert, als sie kurze Zeit später erfuhren, dass es dem Buben wieder gut ging. Seine Mutter hatte bereits Kontakt mit den Vieren aufgenommen und sich bedankt.

dn

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