Wiedersehen in der Schranne: Storycity, im Bild die Bläser Maximilian Wittmann und Moritz Stahl (von links). Foto: HAB

Mit eigener Musik auf Erfolgskurs

Dachau - Jazz von seiner schönsten Seite erfüllte die Kultur-Schranne beim Storycity-Auftritt. Das war Spielfreude pur, gepaart mit überzeugendem Können und musikalischer Feinabstimmung.

Die Musiker um den fähigen Trompeter Maximilian Wittmann sind allesamt: jung, unverbraucht und voller Tatendrang. Und sie tun nicht einmal so, als hätte sie die große Erfahrung. Im Gegenteil: Sympathisch bescheiden kommt es rüber, wenn sie zugeben, dass es „die erste vernünftige Liveaufzeichnung“ ist, die sie im Konzert produzieren, dass es (für Lukas Häfner) die erste Ansage ist, die er macht. An der Performance kann noch gearbeitet werden, die Musik jedoch haben sie voll drauf.

Die Sechs bringen es an Jahren gemeinsam auf 140, ihre Musik jedoch ist turbomäßig wie ein Rennwagen unterwegs. Vor zehn Monaten gaben sie am gleichen Ort ihr erstes Konzert - beim zweiten eilte ihnen schon ihr guter Ruf voraus: „Das sind doch die Musikstudenten mit dem sauguten Jazz...?“

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Maximilian Wittmann (Trompeten, Flügelhorn, Moritz Stahl (Tenorsaxophon), Lukas Häfner (Gitarre), Leo Betzl (Klavier, Keyboard) Julia Hornung (Bassgitarre) Sebastian Wolfgruber (Drums) muss man gehört, erlebt haben. Sie spielen ausschließlich eigene Stücke, eine Mischung aus Jazz und Funk, die viel Raum für Interpretation und Gefühle lässt. Mal melancholisch-träge und leicht verträumt, mal treibend, quirlig und mit fantasievollen Tönen gespickt, bieten sie ein umfangreiches Repertoire. Das Saxophon quietscht, schnarrt, röhrt und gurgelt, die Trompete säuselt in flirrendem Sound, verändert den Ton von weichem Goldklang zu scharfer Kantigkeit. Maximilian Wittmann bläst mit schier endlosem Atem, versteht sich auf die leisen Töne ebenso wie auf expressives Volumen.

In den Soli bekommen neben Bandleader Maximilian Wittmann auch Moritz Stahl, Lukas Häfner und Sebastian Wolfgruber reichlich Gelegenheit, ihre musikalische Ader pochen zu lassen. Leo Betzls Finger tanzen geschmeidig über die Klavier- und Keyboardtasten, geraten zeitweise geradezu in Ekstase, der ganze Körper des Musikers ist in Aufruhr. Sebastian Wolfgruber streichelt mit Sticks, Besen und Schlegel seine Trommeln und Becken, am breiten Grinsen kann jeder sehen, wieviel Spaß er als Percussionist hat. Und Lukas Häfner bearbeitet enthusiastisch seine Gitarre, streicht mit Gefühl und schlägt temperamentvoll in die Saiten. Einzige Frau im Team ist Julia Hornung, die hochkonzentriert zu Werke geht, solistisch aber nicht in Erscheinung tritt.

Die Wechsel gelingen professionell, sind weiterer Beweis für die hohe Qualität, die die junge Truppe abliefert.

Das Beste kam jedoch zum Schluss: Bei der Zugabe war von Anspannung nichts mehr zu spüren. Befreit und leicht klangen die letzten Akkorde. (don)

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