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40. Maibaumjubiläum: Wenn in Machtenstein gefeiert wird, ist das ganze Dorf auf den Beinen.

Ein Dorf hält zusammen - 40. Maifeier in Machtenstein

Der Tag der großen Maifeier ist im kleinen Machtenstein etwas ganz Besonderes. Heuer war das nicht anders. Und doch war etwas anders, denn es wurde ein Jubiläum gefeiert. Und ein neuer Erdenbürger.

Machtenstein – In Machtenstein ist die Welt noch in Ordnung. In dem kleinen Ort in der Gemeinde Schwabhausen gibt es eine intakte Dorfgemeinschaft, die wie Pech und Schwefel zusammenhält. Obwohl der Ort nur 84 Einwohner zählt, gibt es mit dem Bauernverband, den Burschen, der Feuerwehr, den Schützen und dem Tennisclub insgesamt fünf Vereine, die sich alle im Gasthaus Buchberger bei ihrer Wirtin Zenzi treffen. Vor dem Gasthaus wird auch jedes Jahr gemeinsam der Maibaum aufgestellt, und auch da helfen alle zusammen.

Heuer war die Maifeier etwas Besonderes, denn man konnte das 40-jährige Jubiläum feiern. Zwar gab es in früheren Jahren schon Maibäume in Machtenstein, aber irgendwann ist das Ganze eingeschlafen. Wieder aufleben ließ man die Tradition 1979 anlässlich der Fahnenweihe des Schützenvereins. Der leider schon verstorbene „Maurer Jack“ (Jakob Niedermair) hatte damals ausgetüftelt, dass man den Baum mit Hilfe eines Radladers aufstellen könnte. Und das wurde heuer zum 40. Mal in Folge so gemacht.

Pioniere: Klaus Blank, Toni Hartl, Günter Lorchheim, Hans Lorchheim, Peter Hartl und Georg Blank (v.l.) sind einige der Männer, die 1979 nach längerer Pause wieder einen Maibaum in Machtenstein aufstellten.

Es gehört schon einiges Geschick dazu, den Baum mit der Schaufel des schweren Fahrzeugs in die Höhe zu bugsieren, was aber Christoph Dollinger, dem Enkel vom Maurer Jack, wieder einwandfrei gelang. Und eine weitere Besonderheit gibt es in Machtenstein: Jedes Jahr am 1. Mai fahren die Männer des Dorfes in aller Früh in den Wald und schneiden einen Baum um, der dann in der Ortsmitte „aufgemaschelt“ und schließlich für ein Jahr an seinen Platz gestellt wird. Der jüngste Teilnehmer war heuer sechs Jahre alt, der älteste 60 Jahre. Zuvor binden die Frauen bereits die Girlanden und den Kranz zur Verzierung des Baums.

Neu gestrichen und teilweise erneuert wurden heuer auch die Zunfttafeln. Sobald der Baum steht, wird gemeinsam das Dorffest gefeiert. Bei Freibier und Spanferkel ließ es sich die Dorfgemeinschaft auch diesmal so richtig gut gehen. Am Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen, der von den Frauen des Ortes gestiftet wurde. Es wurde errechnet, dass in den 40 Jahren rund 750 Kuchen und Torten verputzt wurden.

Wie in jedem Jahr konnten sich die Kinder auf einer Hüpfburg vergnügen, während sich die Erwachsenen über die alten Fotos, die zum Jubiläum in einer kleinen Ausstellung gezeigt wurden, amüsierten. So mancher wunderte sich dabei, wie viel er in den 40 Jahren an Haaren verloren und an Gewicht gewonnen hat.

Zum 40. Maibaumjubiläum kam in diesem Jahr noch eine besonders schöne Überraschung: Machtenstein hat Zuwachs bekommen und zählt jetzt 84 Einwohner. Jakob heißt der jüngste Einwohner und ist der Sohn von Daniela und Martin Meir. Der stolze Papa war am Morgen noch mit dem Traktor im Wald, um den neuen Maibaum zu holen. Als er zurückkam, hatten bei seiner Frau – vier Tage zu früh – die Wehen eingesetzt, und so ging es flugs in die Klinik nach Dachau, wo schon wenige Minuten später der kleine Jakob das Licht der Welt erblickte.

Dass der frischgebackene Vater nach seiner Rückkehr am Nachmittag gefeiert wurde und auf das „Mai-Baby“ des Öfteren anstoßen musste, war für die Machtensteiner eine große Freude.

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