Nicht einmal im Traum hätte Roland Karl vor 50 Jahren daran gedacht, Rektor der Grundschule zu werden. Heute feierte er gemeinsam mit seinen Schülern das Jubiläum. _Foto: kwo

Eine Aula voller Erinnerungen

Karlsfeld - Für 50 Jahren ist für die Karlsfelder ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Sie bekamen endlich eine eigene Schule. Nun feiert die Grundschule ihr Jubiläum.

1962 war ein bedeutendes Jahr. Die Kuba-Krise löst knapp einen Atomkrieg aus, die Hamburger erwischt die schlimmste Sturmflut seit 100 Jahren, die Rolling Stones gründen sich, die Beatles nehmen ihre erste Platte auf. Und für die Karlsfelder geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Sie bekommen endlich eine eigene Schule.

Rektor Roland Karl reiste bei der Jubiläumsfeier mit seinen Gästen noch einmal zurück „in die gute alte Zeit“. Eine Zeit, als der Liter Benzin noch umgerechnet 30 Cent kostete, als der Werbespruch des Jahres „Haribo macht Kinder froh“ war. Es war eine Zeit, in der er sich noch nicht vorstellen konnte, irgendwann einmal Schulrektor zu werden. Und doch gab es in seinem jungen Leben schon eine Verknüpfung mit der Grundschule an der Krenmoosstraße: „Die Firma meines Vaters hatte damals vom Gemeinderat den Zuschlag für die Heizungsanlage der Schule bekommen“, erinnert er sich.

Roland Karl ist nicht der Einzige, bei dem mit dem Schuljubiläum Erinnerungen an die Kindheit wach wurden. Auch Bürgermeister Stefan Kolbe hatte als kleiner Bub die Schule in der Krenmoosstraße besucht. 1971 war das. Pausendienst ist er damals gewesen, hat Semmeln und Milch ausgegeben. Seitdem hat sich hier auf den ersten Blick nicht viel verändert, sagt er. „Aber farbenfroher ist es geworden.“

Es war damals, in der Nachkriegszeit eine mutige Entscheidung des Gemeinderats ein Grundstück für 72 000 DM zu kaufen und darauf für 1,9 Millionen DM ein Schulhaus zu bauen, findet Kolbe. „Aber es hat sich allemal rentiert. Sehr viele Schüler haben in den vergangenen 50 Jahren aus dieser Schule sehr viel mitgenommen.“

Es gibt eine Frau, die die Geschichte der Schule vom ersten Tag an miterlebt hat. Ilsa Oberbauer hat den Karlsfelder Kindern dort 39 Jahre lang lesen, schreiben und rechnen beigebracht. Sie kam 1962 als junge Lehrerin in die Gemeinde, unterrichtete die erste bis vierte Klasse in einem Raum und hatte dafür weder Bücher noch Kopierer. Damals war Kreativität gefragt. „Ich musste alles an die Tafel schreiben“, erinnert sich Oberbauer. Und sie war viel mit den Kindern unterwegs, wollte, dass sie ihre Gemeinde kennen und lieben lernen. Dafür brauchte sie keine Bücher. „Immer wenn sie fleißig mitgearbeitet haben gab es einen Ausflug als Belohnung“, erinnert sich Ilsa Oberbauer

Wenn sie heute durch Karlsfeld läuft, trifft die Rentnerin nahezu täglich ehemalige Schüler. Die meisten erkennt sie sofort. „Bei einigen fällt mir sogar noch das Geburtsdatum ein.“ Ab und zu kommt es sogar vor, dass ehemalige Schüler bei ihr zu Hause anrufen, um ihr zu erzählen, was aus ihnen geworden ist. Viele sind inzwischen Eltern von den heutigen Grundschulkindern.

Die Mädchen und Buben haben sich schon lange auf die große Jubiläumsfeier gefreut. Sie haben Volkstänze einstudiert, Musikstücke und sogar ein Musical (Bericht folgt). Eine Sache, die sich in all den Jahren nicht verändert hat, findet Bürgermeister Kolbe. „Hier sind wird alles mit großem Engagement angegangen.“ (kwo)

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