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Lernen macht Spaß: Julia mit zwei Schülerinnen.

Eine Karlsfelderin trainiert Fußballerinnen in Namibia 

„Dann können wir richtig durchstarten!“

Julia Eder ist leidenschaftliche Fußballerin. Seit ihrer Kindheit kickt die 25-Jährige beim TSV Eintracht Karlsfeld. Seit kurzem trainiert sie Schülerinnen in Namibia – und hofft auf Unterstützung aus der Heimat.

Als Julia Eder im Januar nach Namibia fliegt, hat sie 30 Kilogramm Trikots, Schienbeinschoner und Torwarthandschuhe im Gepäck. In Windhoek wird sie erwartet von 40 Mädchen, die gerne Fußball spielen – notfalls auch barfuß. Denn die angehende Realschullehrerin führt an einer namibischen staatlichen Schule ein Fußballprojekt weiter. Allerdings werden dort dringend alle möglichen Dinge benötigt, die man zum Fußballspielen braucht.

Vor einigen Monaten hat die 25-jährige Karlsfelderin, ehemalige Schülerin des Josef-Effner-Gymnasiums in Dachau, ihr Studium abgeschlossen. Nun wartet sie bis zum Beginn des neuen Schuljahres im Herbst auf ihren Einsatz als Referendarin. Um diese Zeit sinnvoll zu überbrücken, hat sie sich im Juni letzten Jahres für das Projekt in Namibia beworben – und wurde sofort genommen. Sie ist prädestiniert für die Aufgabe: Seit ihrer Grundschulzeit spielt Julia aktiv Fußball im TSV Eintracht Karlsfeld und trainiert dort auch schon seit einigen Jahren eine weibliche Jugendmannschaft. Ach ja: Deutsch unterrichtet sie auch.

Schon im Vorfeld ihrer Reise sammelte Julia Geld- und Sachspenden, um die Mädchen an der „Ella du Plessis High School“ ausstatten zu können. Vor Ort ging es nach ein paar Wochen mit dem ersten Training los. „Schon bald hatten wir 40 Mädels, die regelmäßig das Training besuchten“, erzählt Julia nun in einem Brief. „Unsere Idee, zunächst Übungen zu machen, bevor es dann ein Abschlussspiel gibt, löste sich bald in Rauch auf. Dafür ist einerseits die Gruppe viel zu groß, die Mädels zu wild und zu chaotisch, und außerdem fehlt uns noch so einiges an Equipment, wie zum Beispiel Bälle und Leibchen.“ Darum werden die Mädels nun nach T-Shirt-Farben eingeteilt, jede Mannschaft spielt gegen jede, und am Ende des Trainings gibt es dann einen Tagessieger. „Zum Training besorgen wir immer ein bisschen Obst und kleine Snacks, auch für Getränke sorgen wir“, berichtet Julia. Denn die meisten Mädels haben noch nicht einmal eine Trinkflasche. „Wenn die Teilnehmerzahl so hoch bleibt, besorgen wir jeder Spielerin ihre eigene Flasche – bei 30 bis 35 Grad ist das mehr als nötig.“

Ende Februar begannen Julia und Lisa, eine weitere Praktikantin, ein Team zu bilden aus den talentiertesten, motiviertesten und diszipliniertesten Mädchen. „Diese 14 Mädels haben wir in der Galz & Goals Football League angemeldet“, berichten sie. Die restlichen Spielerinnen sind natürlich weiterhin im Training willkommen. Die ersten Spiele starten nun und finden im Football House in Katutura statt. „Da für jede Spielerin bei dieser Liga Schuhpflicht besteht, sind wir gemeinsam mit dem Team zum Shoppen nach Chinatown gefahren“, schreibt Julia. „Dort haben wir günstige Schuhe für umgerechnet fünf Euro das Paar kaufen können. Leider ist die Qualität auch dementsprechend, und wir hoffen, dass die Schuhe solange überleben, bis die Spenden aus Deutschland kommen oder bis September, wenn die Saison endet.“

Dringend benötigt werden vor allem Fußballschuhe in den Größen 34 bis 40. „Wenn wir es schaffen, die fußballbegeisterten Mädchen mit Schuhen zu versorgen, dann können wir richtig durchstarten“, freut sich Julia. „Der Rasen, auf dem wir momentan spielen ist voller Steine, Kletten und Scherben, die ganz schön an den Kinderfüßen wehtun können.“ Außerdem möchte die Karlsfelderin gegen Ende des Terms ein Trainingslager in Swapokmund (Küstenstadt) organisieren. „Viele der Mädels sind noch nie in ihrem Leben aus Windhoek heraus gekommen oder haben jemals das Meer gesehen – das wäre ein tolles Erlebnis für alle.“

In den Osterferien werden Julias Brüder Moritz und Tim nach Windhoek reisen. Sie könnten gespendete Dinge mitnehmen. Auch ein paar Wochen später gibt es die Möglichkeit, Sachspenden mit einem „Familientransport“ mit nach Windhoek zu nehmen.

Außerdem benötigt Julia zur Versorgung ihrer Spielerinnen Geld, etwa für die Verpflegung vor dem Training und den Spielen, sowie für Fahrten mit dem Taxi (0,80 Cent pro Fahrt) für die Mädchen, die etwas außerhalb wohnen. „Im Moment finanzieren wir das alles noch zum Teil aus der eigenen Tasche bzw. aus schon gespendeten Geldern“, erklärt die 25-Jährige. Sie bedankt sich bei allen, die bereits gespendet haben. „Und allen zukünftigen Spendern möchte ich noch sagen, dass wirklich alles hier den Mädels zugute kommt und wir uns wirklich sehr große Mühe geben den Fußball und die Kinder zu fördern.“

Spenden

Benötigt wird vor allem Fußballkleidung, vom Sportleibchen bis zum Schuh und zum Schienbeinschoner. Wer spenden möchte, kann sich unter der Rufnummer 0 81 31/61 43 77 oder per E-Mail (praxis@dreder.de) melden.

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